Meditation und geistliches Leben
 
Der geistliche Leiter
Pfarrer Dr. Manfred Gerland
  • geb. 1954 in Kassel
  • seit 1980 Pfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
  • 1991 Dissertation in Marburg zum Thema: „Wesentliche Vereinigung. Untersuchungen zum Abendmahlsverständnis Zinzendorfs“
  • seit 1992 Meditationslehrer und geistlicher Begleiter im Kloster Germerode
  • verheiratet mit Astrid Gerland (Dipl. Soz. Päd.), ehrenamtliche Mitarbeiterin im Kloster, 5 Kinder, wohnhaft in Herleshausen.
     

Dr. Manfred Gerland

Worum es geht ...
„Sie haben keinen Wein mehr“ sagt Maria zu Jesus im Evangelium von der Geschichte der Hochzeit zu Kana (Joh 2) und weist damit auf einen akuten Notstand hin.

„Sie haben keinen Wein mehr“ - das ist eine treffende Umschreibung  für die Lebenssituation vieler Menschen. Sie sind müde, leer und enttäuscht vom Leben, der „Wein“ des Festes des Lebens ist ihnen ausgegangen. Viele sind auf der Suche nach dem, was ihrem Leben wieder Sinn und Erfüllung geben könnte.

„Füllt die Wasserkrüge mit Wasser !“ sagt Jesus,  „und sie füllten sie bis obenhin“. Und er verwandelte das Wasser in den köstlichen Wein.

Jesus verwandelt – dort wo er eingeladen wird – das Wasser unseres Lebens (Alltäglichkeit, Schmerzen, Misserfolge, Enttäuschungen, Sorgen, Krankheiten, Verletzungen usw.) in den besten und überfließenden Wein.

Er schenkt die Fülle. Und dabei wird alles, was wir haben und bringen können nicht weggewischt, sondern aufgenommen und in eine neue Qualität verwandelt: 

Wasser in Wein,
Sterben in Leben,
Wüste in blühende Gärten,
Mangel in Fülle.

Aufgaben und Ziele

  • Hinführung und Einführung in Spiritualität als ein Lernweg zum gestalteten Glauben.
  • Einführung und Einübung der Meditation; dabei geht es darum:
    • sich im Schweigen der Gegenwart Gottes zu öffnen,
    • der Fülle des Lebens nachzuspüren,
    • den christlichen Glauben zu vertiefen,
    • Gemeinschaft zu erfahren,
    • Weisung und Kraft für das Leben im Alltag zu finden.
  • Erfahrungen von Heilung und Heilwerden auch jenseits von Therapien zu machen.

Wege und Methoden

  • Orientierung an dem Wort, der Gestalt und dem Weg Jesu;
  • Alte und neue Übungswege aus der christlichen Tradition kennen lernen und ihre heilsamen Wirkungen auf Leib, Seele und Geist entdecken, z.B.
    • Gregorianisch singen
    • Kontemplation
    • Herzensgebet
    • Exerzitien
    • Wallfahrten und Pilgerwege usw.
  • Dem Glauben eine Gestalt und Ordnung geben:
    • Einführung in eine christliche Tagesstruktur (Alltagsrituale)
    • Einübung verschiedener Gebetsformen
    • Atem- und Körperübungen als Hilfe für eine ganzheitliche Spiritualität.

Über das Üben
„Am Rande der Wüste lebte ein Eremit. Ihn besuchte eines Tages ein Jüngling und klagte ihm sein Leid.

„Ich lese so viele heilige Texte“, sagte er. „Ich studiere in den Büchern und vertiefe mich in die Schönheit all der Worte; ich möchte sie behalten und als einen Widerschein der ewigen Wahrheit mir bewahren. Aber es gelingt mir nicht; ach, alles vergesse ich! Ist nicht die mühevolle Arbeit des Lesens und Studierens umsonst?“

Der Mönch hörte ihm gut zu. Als er fertig war mit dem Sprechen, ließ er ihn einen Binsenkorb nehmen. „Hol mir aus dem Brunnen dort drüben Wasser“, sagte er zu dem Jüngling.

„Hat er meine Frage nicht verstanden?“ sagte sich dieser, „hat er mich überhaupt nicht gehört?“

Widerwillig nahm er den von Staub verschmutzten Korb auf. Das Wasser war längst herausgerieselt, als er zurückkehrte. „Geh noch einmal!“ sagte der Eremit. Der junge Mann gehorchte. Ein drittes und ein viertes Mal musste er gehen. „Er prüft meinen Gehorsam, ehe er auf meine Frage antwortet“, dachte er. –

Immer wieder füllte er Wasser in den Korb, immer wieder rann es zu Boden. Nach dem zehnten Mal durfte er aufhören. „Sieh den Korb an“, sagte der Mönch. „Er ist ganz blank. So geht es dir mit den Worten, die du liest und bedenkst. Du kannst sie nicht festhalten, sie gehen durch dich hindurch, und du hältst die Mühe für vergeblich. Aber – ohne dass du es merkst, klären sich dein Gedanken und machen dein Herz rein.“