Einsichten

immer wieder ein Garten...

Jüdischer Friedhof in AbterodeFrau, was weinst du? Wen suchst du?
Da sie wähnt, es sei der Gärtner, sagt sie zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sprich zu mir, wo du ihn hingelegt hast, damit ich selber ihn weghole. Sagt Jesus zu ihr: Maria! Die wendet sich um und sagt hebräisch zu ihm: Rabbuni! das heißt: Lehrer! Sagt Jesus zu ihr: Halt mich nicht fest! Johannes 20, 11ff.

Wieder in einem Garten.
Im Paradiesgarten hat es mit Gott und dem Menschen begonnen.
In einem Garten hat Jesus mit seiner Angst gerungen.
In einem Garten sucht eine Frau Jesus, den sie verloren hat. Sie würde ihn holen, den Toten, wüsste sie seinen Aufenthaltsort. Da hört sie ihren Namen, von seiner Stimme gerufen.
Der Lebendige kommt, ist nicht zu holen, nicht festzuhalten - ER kommt ja!
T.P.

CHRISTUS IST AUFERSTANDEN! HALLELUJA

"Wozu diese Verschwendung...?"

Salbung Jesu, Christophora Janssen OSBIn diesen Tagen denken Christen an die großherzige Liebe einer Frau. Kurz bevor Jesus den leidvollen Weg in seinen Tod geht, begegnet ihm eine Frau mit einer verschwenderisch schönen Geste der Verehrung und Liebe.

"Und als Jesus in Betanien war, im Hause Simons des Aussätzigen, kam, während er zu Tische lag, eine Frau mit einem Alabastergefäß voll Salböls aus echter, kostbarer Narde, zerbrach das Gefäß und goss es aus über sein Haupt. Aber einige sagten unwillig zueinander: "Wozu ist diese Verschwendung des Salböls geschehen?... " Jesus aber sprach: "Was sie vermochte hat sie getan... Wahrlich, ich sage euch: wo immer auf der ganzen Welt die Heilsbotschaft verkündet wird, da wird auch zu ihrem Gedächtnis erzählt werden, was sie getan hat." Markusevangelium Kap. 14

Im Innenhof der Communität des Klosters Germerode findet sich eine Keramikstele, die eben davon erzählt, was die Frau an Jesus getan hat:
Wie zu einer starken tragenden Säule sind die beiden Gestalten komponiert. Jesus sitzt aufrecht, die weit geöffneten Augen blicken wie über den Raum hinaus. Seine aufgehobenen Hände weisen einerseits auf die Frau, die hinter ihm steht, und ihr kostbares Geschenk hin, und zugleich scheinen sie den Vorwurf, der sie trifft, zurückzuweisen.
Über dem Haupt Jesu das Gefäß. Es sorgsam in beiden Händen haltend, gießt die Frau das kostbare Öl aus. Dieses Fließen setzt sich durch die Linien der ganzen Plastik hin fort. Aus dem Gesicht der Frau spricht eine ruhige Klarheit. Ist ihr Überragen der Jesusgestalt ein Zeichen der Würde, die er ihr zuspricht? Sie leert ihr Kostbarstes aus und ehrt damit ihn, der sein Leben hingeben wird.
In beiden ist dieselbe Liebe lebendig, die nicht rechnet und es sich alles kosten lässt.

Traudl Priller