| | Am 28. März 2007 fand die 25. Mitgliederversammlung der Klostergesellschaft in Germerode statt. Hier finden Sie den Bericht des Vorsitzenden Hans-Günter Ludwig über die Arbeit des vergangenen Jahres:
Bericht des Vorsitzenden
auf der 25. Mitgliederversammlung der
GESELLSCHAFT ZUR ERHALTUNG DER KLOSTERANLAGE GERMERODE e.V.
am 28. März 2007 in Germerode
Meine Damen und Herren, liebe Mitglieder der Klostergesellschaft!
Bevor ich die Versammlung eröffne, muss ich Ihnen leider eine sehr traurige Mitteilung machen:
Am gestrigen Vormittag ist unser Gründungs- und Vorstandsmitglied Kurt Hossbach verstorben. Nachdem er sich im Februar diesen Jahres wieder einmal von einer schweren Operation in einer Nürnberger Klinik einigermaßen erholt hatte und seinen 60. Geburtstag in seiner bewährten Dulderhaltung und mit viel Lebensmut am 26.Februar feiern konnte, musste er sich unmittelbar danach wieder ins Krankenhaus, zunächst in Eschwege, dann in Hamburg begeben. Hier war er schon mehrere Male operiert worden. Einen gestern notwendig gewordenen erneuten chirurgischen Eingriff hat sein geschwächter Organismus leider nicht mehr durchgestanden.
Wir verlieren mit ihm einen hoch geschätzten Freund und treuen Weggefährten. Kurt Hossbach gehörte der Klostergesellschaft seit deren Gründung am 24. Januar 1983 an. Von diesem Tage an bis zu seinem Tod hat er ununterbrochen im Vorstand mitgearbeitet und darin das nicht selten mühevolle Amt des Schriftführers treu und gewissenhaft wahrgenommen. Bei unseren Beratungen und Entscheidungen haben wir seine große kaufmännische Kompetenz, sein sachorientiertes voran bringendes Urteil, seine freundliche und fröhliche Wesensart und sein einfühlsames Geschick im Umgang mit Menschen hoch geschätzt. Sein aus einem starken Glauben kommender unerschütterlicher Lebenswille hat uns Bewunderung abverlangt und ist uns zum Vorbild geworden.
Kurt Hossbach hat einen großen Teil seiner Lebenskraft in den unermüd-lichen ehrenamtlichen Dienst gestellt und sich um die Bewahrung und Gestaltung der Klosteranlage Germerode sehr verdient gemacht.
"Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn.
So wir nun leben oder sterben, so sind wir des Herrn." (Römer 14,8)
Zum stillen Gedenken bitte ich Sie nun, sich von ihren Plätzen zu erheben. …
Ich danke Ihnen.
Menschen gehen und Menschen kommen:
Herzliche Glückwünsche gehen an unser Mitglied Friedhelm Junghans und an seine Frau ……… , die am 26. März einen Sohn geboren hat.
Nun eröffne ich unsere Mitgliederversammlung und stelle zunächst die mit der Klosterpost Nr.18 / Anfang März 2007 erfolgte fristgerechte und ordentliche Einladung dazu fest.
Da dem Vorstand keine weiteren Anträge zur Behandlung vorliegen, werden wir die Tagesordnung wie in der Einladung abgedruckt abhandeln.
Tagesordnung s. Klosterpost!
Bei unserer Berichterstattung leiten soll uns - auch diesmal wieder - der Text der Bibellese für den heutigen Tag. Es ist in der fortlaufenden Lesung nach Matthäus im 26. Kapitel die Perikope 31-35. Sie handelt von der "Ankündigung der Verleugnung des Petrus" und lautet:
31 Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr alle Ärgernis nehmen an mir. Denn es steht geschrieben (Sacharja 13,7): »Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.«
32 Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa.
33 Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle Ärgernis nehmen, so will ich doch niemals Ärgernis nehmen an dir.
34 Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
35 Petrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müsste, will ich dich nicht verleugnen. Das gleiche sagten auch alle Jünger.
Zwei Handlungsstränge gliedern diese Perikope, in der uns ein dramatisches Geschehen - übrigens von allen Evangelisten ziemlich übereinstimmend - überliefert wird:
A Jesus spricht: Ihr alle werdet Ärgernis nehmen an mir, so wie es die Schrift vorausgesagt hat, ihr werdet mich verleugnen und die Herde wird sich zerstreuen.
B Petrus antwortet ihm selbstbewusst: "Niemals will ich mich an dir ärgern, auch wenn ich sterben müsste", und alle anderen pflichten ihm bei. Wenig später leugnet er gegenüber zwei Mägden und allen Umstehenden vor allen Leuten dreimal Jesus zu kennen, läuft davon und weint bitterlich.
Was Matthäus uns hier so treffend überliefert hat, das hat sich bis zum heutigen Tage inzwischen gewiss unzählige Male wiederholt. Menschen wie Petrus mit einem festen Glauben an Jesus, den Christus, bekennen sich im Brustton der Überzeugung zu ihm, werden aber in entscheidenden Situationen schwach, versagen und laufen davon.
Aber auch und gerade über diesem Versagen seiner Jünger steht Jesus als der der Herr. Der Vers 32, der die Ostergeschichte schon vorwegnimmt, unterbricht sehr hart den eigentlichen Geschehenszusammenhang und stellt ihn in ein unverwechselbares hoffnungsvolles Licht. Über allem Zusammenbruch der Menschen steht Jesu Verheißung: mit dem Versagen der Jünger und mit dem Tod ihres Meisters, an dem auch sie ihren Teil Schuld tragen, wird die Nachfolge nicht etwa abbrechen, sondern erst wahrhaft beginnen. Jesus verheißt die Sammlung der Herde aus der Zerstreuung in die Nachfolge. Seine Sache geht weiter, wie er vorausgesagt hat, auch wenn wir Menschen versagen.
"Euch voran!" heißt darum die Parole in der nun bald zweitausendjährigen Geschichte seiner Kirche. Ihr Weg ist gezeichnet von Ärgernissen, Versagen und Schuld seiner Leute, steht aber unter seiner Verheißung.
Der Auferstandene selbst sammelt trotz Kontroversen und Ärgernissen über den rechten Weg zum Reich Gottes die die Herrenleute, immer wieder um sich: "Drum aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt! Wir gehn an unsers Meisters Hand, und unser Herr geht mit." (EG 394,5)
Personalia aus dem Kloster
Mit Wirkung ab 1. Oktober 2006 haben wir Frau Natascha M e r g a r d, wohnhaft in Velmeden, eingestellt. Zu ihren Aufgaben gehören neben dem Einsatz bei der Reinigung und Pflege des Tagungshauses vor allem die Vertretung der Hausleiterin in Urlaubs- und Krankheitszeiten [1]. Diese Einstellung war nötig, um Frau Franz, die nun schon seit mehr als drei Jahren mit Umsicht und großem Einsatz äußerst verlässlich und selbständig unsere Tagungsstätte leitet, vertreten zu können und es ihr zu ermöglichen, beruhigt in Urlaub zu gehen. Ihr zur Seite stehen unverändert auf der Basis von Anstellungsverträgen für geringfügig Beschäftigte neben ihrem Mann (für hausmeisterliche Tätigkeiten) f ü n f Raum-pflegerinnen ( Kaponig, Klee, Schön, Scholz, Leidenfrost ).
Frau Anneliese Franz, unserer Hausverwalterin, und allen ihren fleißigen und verantwortungsbewussten Mitarbeiterinnen in der Verwaltung und Pflege des Hauses, einschließlich Herrn H.O. Franz, spreche ich hiermit Dank und Anerkennung für die im Berichtsjahr geleistete Arbeit aus!
In diesen Dank schließe ich die für das Kloster ehrenamtlich tätigen Mitglieder unseres Vereins mit ein: Herrn Steuerberater Siegfried Lenz aus Germerode für die Lohnbuchhaltung, Herrn Dipl. Ing. i.R. Ernst Rockel aus Eschwege für Reparatur- und Bauberatung, unser Ehrenmitglied Dr. H. Gehrke und Herrn Gerhard Jost aus Kassel für Berichterstattung und redaktionelle, technische und organisatorische Bearbeitung unserer in der Regel zwei Mal jährlich erscheinenden Klosterpost. In diesem Zusammenhang dürfen zwei gelungene Arbeiten von Gerhard Jost nicht unerwähnt bleiben: Das schöne Lesezeichen und der Flyer, die beide im letzten Sommer entstanden sind und schon bei vielen Menschen in der Nähe und Ferne unser Kloster bekannt gemacht haben.
Nicht unerwähnt dürfen in diesem Zusammenhang bleiben die Mitglieder im Vorstand und deren Ehefrauen, die Herren Dekan Dr. Martin Arnold aus Eschwege Friedrich Arnoldt aus Germerode, Kurt Hossbach aus Wanfried, und Markus Pfaar aus Waldkappel.
Für die Rechnungsprüfung danke ich Frau Tanja Sobotta aus Eschwege und Bürgermeister Friedhelm Junghans aus Abterode.
Auch den beiden Damen vom Beratungsbüro imkontext aus Fulda/Jestädt, Frau Sabine Jennert und Frau Gudrun Lang sowie Herrn Pfarrer Pothmann vom Landeskirchenamt in Kassel danke ich für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und tatkräftige Unterstützung im Berichtszeitraum.
Die laufende Vereinsarbeit betreffend liegt wieder ein sitzungsreiches und arbeitsintensives Jahr hinter uns: 13 mal tagte der Vorstand, 4 mal die Kleine Zukunftswerkstatt, 17 mal hat der Vorsitzende den Verein in weiteren Arbeitssitzungen mit am Kloster beteiligten Akteuren, Planern und Ämtern (Dr. Gerland, Pfarrstelle für Meditation und geistliches Leben, Dr. Kubik, Communität Koinonia , Dr. Gehrke, Klosterpost, Germeröder Vereine, Bauamt, Amt für Regionalentwicklung, Bürgermeister Junghans, Prof Penkhues ), bei Ortsterminen, Führungen, Informationsveranstaltungen für verschiedene Interessentengruppen und in Verhandlungen nach außen vertreten. Insgesamt waren es 34 Termine, die vorbereitet, durchgeführt und z.T. nachbereitet werden mussten. Hinzu kommen fünf volle Tage der Vorbereitung und Durchführung des Klosterfestes und des Landeskirchentages in Gelnhausen.
Belegung der Tagungsstätte
Unser gut geführtes und schönes Tagungshaus war im Jahre 2006 an 235 Tagen belegt. Damit wurden die Zahlen der Vorjahre ( 210/217Tage) um etwa 10 % übertroffen und eine Auslastung unseres Tagungshauses von 64,4 % erreicht. "Ist doch eine tolle Quote"! - so der Kommentar von Frau Franz dazu. - "Ja, in der Tat! - Dank Ihrer Arbeit!"
Teilnehmer aus Nah und Fern in 74 Gruppen mit insgesamt 2190 Übernachtungen ( 1780 ÜN im Vj.) trafen sich zu Freizeiten, Seminaren, Bildungs- und Fortbildungsveranstaltungen, zu Einkehrtagen und zu Privatfeiern, in "unserem Kloster", fanden in ihm Ruhe und Abstand vom Alltag und wurden an Geist, Leib und Seele gestärkt.
1704 ÜN (= 77,8%) externer Gruppen sowie 486 ÜN (= 22,2%) aus der Belegung durch die Arbeit der Pfarrstelle für Meditation und geistliches Leben.
Mitgliederentwicklung
Schon im letzten Jahr hatte ich mitgeteilt, dass Frau Franz die Verwaltung und Pflege unserer Mitgliederdatei im Interesse der zweckmäßigeren Bearbeitung hier im Hause von unserem Ehrenmitglied Dr. H. Gehrke übernommen hat. Da nicht alle unsere Mitglieder am Bankeinzugsverfahren teilnehmen, gibt es mit der Beitragszahlung auch jetzt noch einige Probleme und Unstimmigkeiten. Diese in den Griff zu bekommen, wird es noch einiger Anstrengungen von Frau Franz und Herrn Pfaar bedürfen. Der Jahresbeitrag für 2007 wird Anfang April eingezogen.
Im Berichtszeitraum 2006/ 2007 fanden folgende Mitgliederbewegungen statt :
Aus dem Verein ausgeschieden sind durch Tod oder Austritt 17 Mitglieder ( 11 / 33 Pers. in Vj.).
In den Verein eingetreten sind 14 Personen ( 4 /18 Pers. in Vj.):
2006:
Claus-Jürgen Schulz, Neuhof / Ina-Maria Schürmer, Kassel
Werner Hrobarsch, Oetmannshausen / Sigrid Erfurth, Neu Eichenberg
Claus-Heinrich Gößlinghoff, Germerode / Birgit Schröder, Vierbach
Klaus u. Gudrun Kühnemuth, Frankershausen (Pfrin.)
Benno Bank, Fretterode / Natascha Mergard, Velmeden
Ulrich Viereck, Kassel / Ingeborg Sandrock, Germerode
Anja Scholz, Germerode / Claudia Barth, Großalmerode (Pfrin,)
Somit hat der Verein z. Zt. 398 Mitglieder ( 402 / 412 ? im Vj).
Ergebnis: Bezüglich der Mitgliederbetreuung und - werbung besteht nach wie vor Handlungsbedarf !!!
Leider hat uns unser Klosterfest dabei nur wenig voran gebracht. Die erhoffte Begeisterung und Spendenbereitschaft hielt sich in großen Grenzen.
Zu diesem letzten Punkt berichtet Herr Pfaar.
Kloster-Erweiterungsbau:
Vom Architektenwettbewerb zu den Planungsphasen I-IV
Unser für 2006 gestecktes Ziel , möglichst schnell, hoffentlich noch bis zum Klosterfest im Juni, eine Baugenehmigung zu bekommen, haben wir bisher noch nicht erreicht.
Die Gründe dafür liegen vor allem in zwischenzeitlich erfolgten Verhandlungen mit den Planern und Ingenieurbüros und in neuen Überlegungen und Beratungen zur Wohnraumbeschaffung für die Kommunität Koinonia.
Auf ihre Ansiedlung in Germerode richten wir nach wie vor große Hoffnungen. Wir denken, dass es mit ihr nicht nur feste Zeiten für Andachten in der Klosterkirche geben könnte, sondern auch ständige Ansprechpartner für Besucher und Besuchergruppen. Es könnte eine Erweiterung spiritueller Angebote geben, die eine Wirkung nach außen entfalten. Aber wir stehen vor einem großen Dilemma.
Dass die Umsetzung unserer Neubaumaßnahme ein schwieriger Kraftakt werden würde, war allen Beteiligten von Anfang an bewusst. Fehlende Eigenmittel des Vereins, die schwierige allgemeine Wirtschaftslage mit geringer gewordenen Fördermöglichkeiten und die deutlich zurückckgehende Spendenbereitschaft großer Sponsoren haben die baldige Umsetzung des Gesamtprojekts, wie ursprünglich gedacht und gehofft, und darin eingeschlossen die Wohnungsfrage für die Kommunität, die begreiflicher Weise eine kurzfristige Lösung des Wohnungsproblems einfordert, zur Disposition gestellt.
Der Neubau mit dem für die Kommunität vorgesehenen Baukörper (bisher BA II ) kann und soll in absehbarer Zeit nicht realisiert werden. Räume außerhalb des Klosters sind unzweckmäßig, denn der Sinn der Anwesenheit im Kloster, wäre verfehlt. Ein von der Kommunität Koinonia vorgestellter Plan eines Anbaus an das bestehende Tagungshaus wurde seit Herbst letzten Jahres intensiv in allen Gremien diskutiert und mit folgender Begründung abgelehnt:
Eine neue kostenträchtige Baustelle auf dem Klostergelände neben dem geplanten Neubauprojekt würde dieses und die mit seiner Entstehung gewachsene gute Zusammenarbeit auf der Basis der KZW gefährden. Darum wird die Klostergesellschaft diese Vorstellungen nicht weiter verfolgen.
( Diese Kleine Zukunftswerkstatt für das Kloster Germerode wurde im Jahre 2002 als Arbeitsplattform gegründet, um die unterschiedlichen Interessen der drei Grundeigentümer zu vereinen und Visionen für eine Zukunft des Klosters zu entwickeln. Dieser Prozess wurde durch eine externe Moderation, die vom Verein für Regionalentwicklung gefördert wurde, begleitet. Aus dieser Zusammenarbeit wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, in der u.a. die Projekte wie das Neubauvorhaben, der Klostergarten u.a. festgeschrieben wurden. Bei der Erstellung dieser Studie war eine breite Öffentlichkeit beteiligt. Ein Punkt der Studie war dabei auch die Ansiedlung einer Kommunität vor Ort, jedoch nur in Verbindung mit dem Neubauvorhaben.
Aus dieser Machbarkeitsstudie wurden dann die einzelnen Projekte weiterentwickelt, woraus auch der Architektenwettbewerb für die bauliche Realisierung entstanden ist. Alle Maßnahmen wurden in enger Abstimmung mit der Kleinen Zukunftswerkstatt sowie den zu beteiligenden Behörden und Zuschussgebern durchgeführt. Die gesamte Arbeit in der Kleinen Zukunftswerkstatt war von einer großen Gemeinsamkeit geprägt und somit ein wesentlicher Fortschritt gegenüber den vorangegangenen Jahren.
Jedoch handelt es sich bei dem Projekt auch um eine Vision, um das Kloster Germerode mittel- und langfristig weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang steht auch die Ansiedlung der Kommunität Koinonia. Grundsätzlich begrüßen wir aus unserer Sicht eine entsprechende Ansiedlung, jedoch müssen die in der Kleinen Zukunftswerkstatt gemeinsam festgelegten Schritte und Absprachen eingehalten werden. Dazu gehört, dass die Ansiedlung einer Kommunität auf dem Klostergelände nur in Verbindung mit dem Neubauvorhaben möglich ist. Dieser Grundsatz war von Anfang, an Konsens und kann jetzt nicht aus vielleicht berechtigten, aber nicht begründeten Einzelinteressen, umgeworfen werden.
Wir halten daher den von Ihnen unterbreiteten Vorschlag auf Anbau eines Winkelgebäudes an den Ostgiebel des jetzigen Tagungshauses für nicht umsetzbar. )
Im Einzelnen sprechen folgende gewichtige Gründe dagegen:
1. Die Planungen aus dem Architektenwettbewerb beruhen auf den jetzigen baulichen Gegebenheiten. Eine Veränderung der Planunterlagen stellt den ganzen Wettbewerb in Frage und führt zu großer Verärgerung bei den Mitgliedern der Kleinen Zukunftswerkstatt, den beteiligten Behörden und Fürsprechern für Fördermöglichkeiten.
2. Mit einem Anbau an das vorhandene Vogteigebäude aus dem Jahre 1713 verändern sich die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den großen Neubau erheblich und stellen diesen grundsätzlich in Frage.
3. Dieser Neubau ist eng verbunden mit dem auf dem Unteren Klosterhof vorhandenen Wohngebäude und dem darunter liegenden denkmalge-schützten Gewölbekeller. Aufgrund der maroden Bausubstanz dieses aus den fünfziger Jahren stammenden einstigen Stallgebäudes besteht kurzfristig akuter Handlungsbedarf. Das hat zuletzt der Orkan Kyrill uns wieder deutlich gemacht. Allein daraus ist es zwingend notwendig, das Neubauprojekt möglichst schnell voranzutreiben und keine zweite Baustelle auf dem Klostergelände zu eröffnen.
Fazit :
Um zu verhindern, dass die Kommunität sich aus Germerode zurückzieht, hat der Vorstand inzwischen Gespräche mit Professor Penkhues geführt, die folgende Überlegungen und Fragen zum Ziele hatten:
Inwieweit ist es möglich, ohne das aus dem Architektenwettbewerb hervor gegangene Neubauprojekt in seiner Gesamtkonzeption zu gefährden, dasselbe in noch kleineren Bauabschnitten als bisher zu verwirklichen und in dem ersten davon Wohnung und Zimmer für die Kommunität unterzubringen?
Das Ergebnis: Da im Hauptgebäude des geplanten Neubaus (BA I / L-Bau) ohnehin 8 Zimmer im Obergeschoss vorgesehen sind, können diese Räume - ggf. auch nur zum Teil - ohne weitere Umplanungen für diese Zwecke umgewidmet werden. Im Querbau zum Unterhof müsste der Eingangsbereich umgestaltet werden, so dass dort eine kleine Wohnung entsteht.
Die Unterteilung des bisherigen BA I in zwei Teilbereiche ist möglich: Aus architektonischen Gründen sollte zunächst der o.g. Querbau errichtet werden.
Über dem Gewölbekeller soll zu dessen Sicherung eine Betonplatte gegossen werden, die so ausgelegt, konstruiert und ausgeführt werden sollte, dass sie schon die Bodenplatte für den neuen BAII hergibt.
Landeskirchentag 2006 in Gelnhausen
Um ‚Kloster Germerode’ auch über unsere Region hinaus einer breiten Öffentlichkeit im Lande bekannt zu machen, nahmen wir von Freitag, den 2. Juni, bis zum Sonntag, den 4. Juni 2006 auf dem Markt der Möglichkeiten anlässlich des Landeskirchentages in Gelnhausen teil. Den Stand betreuten:
- Dr. Martin Arnold
- Ulla Gronert
- Hans Günter Ludwig.
Dazu konnten wir bereits den in Planung befindlichen Flyer präsentieren und viele Menschen mit unseren sehr gelungenen Lesezeichen erfreuen und nach Germerode einladen.
Dank nochmals an dieser Stelle Herrn Gerhard Jost, dem Büro imkontext und Herrn Pothmann.
Klosterfest 2006
Eingerahmt von einem Festgottesdienst am Morgen (10,00 Uhr) und einem Abendgebet (18,00 Uhr) haben sich zwischenzeitlich unsere verschiedenen am Kloster beteiligten Akteure mit ihren vielfältigen Aktivitäten und Möglichkeiten in Ausstellungen, Vorträgen und Führungen vorgestellt. In Anwesenheit hochrangiger Politiker, so des Vizepräsidenten des HL, Herrn Lothar Quanz, des A.d.L. Herrn Dirk Landau, des Vorsitzenden des Kreistags, Herrn Jürgen Schinkmann und mehrerer Abgeordneter konnten wir unsere Pläne und Ideen für die Zukunft in einem Podiumsgespräch am frühen Nachmittag mit Vertretern aus Kirche und Politik vor einem breiten Publikum aus Nah und Fern diskutieren. An diesem Podium nahmen neben dem Vertreter der Landeskirche, Herrn OLKR F. Scholz aus Kassel, auch der Minister für Umwelt und den ländlichen Raum, Herr LM Dietzel, aus Wiesbaden, der neue Landrat des WM-Kreises, Herr Stefan Reuß aus Eschwege und der Bürgermeister der Gemeinde Meißner, Herr Friedhelm Junghans, teil.
Man hätte sich keine schönere Kulisse als das Refektorium und den oberen Klosterhof dafür vorstellen können. Das gesamte Klostergelände mit all seinen herrlichen Gebäuden und Plätzen wurde zum Fest genutzt. Der Posaunenchor aus Reichensachsen, der Regenbogenchor und der Chor des Werratalvereins sorgten für gute Unterhaltung. Bei herrlichem Sommerwetter feierten mehrere Hundert Menschen bis in den frühen Abend bei gutem Essen und Trinken.
Danken möchte ich an dieser Stelle ganz besonders all den Frauen und Männern aus Germerode, die uns geholfen haben, unser Klosterfest vorzubereiten und durchzuführen: den Frauen vom Kirchenvorstand und vom Landfrauenverein, den Männern und Frauen der Feuerwehr, des Sportvereins, des Heimatvereins, des Wildparkvereins …, der Ortsvorsteherin Frau Zindel und dem Bürgermeister, Herrn Junghans, für ihre wohlwollende Unterstützung.
Der Klostergarten
Die Kleine Zukunftswerkstatt, zu der alle am Kloster Beteiligten und Interessierten gehören, hatte von Anfang an den Klostergarten in ihre Überlegungen einbezogen.
Inzwischen wurde die noch vorhandene mittelalterliche Restmauer zu drei Vierteln ihrer Länge durch die Gemeinde Meißner saniert und verfugt. Wenn die Witterungsverhältnisse es wieder zulassen, sollen die Restarbeiten erledigt werden. Der Heimatverein unter Federführung von Frau Bärbel Hochschild hat - wie bereits mehrfach mitgeteilt - im Einvernehmen und Auftrag des Bürgermeisters einen Plan für die Neugestaltung des Gartens erstellt. Er hat über die politische Gemeinde als Bauherr inzwischen auch die notwendigen Finanzmittel zur Umsetzung dieses Plans zur Verfügung. Die Kosten in Höhe von ca 42.000 € bringt der Verein zur Hälfte durch einen Zuschuss des Amtes bzw. des Vereins für Regionalentwicklung auf, die andere Hälfte sollen durch Spenden und Eigenleistungen aufgebracht werden. Mit den Arbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden.
Die im Jahr 2006 bis heute bereits durchgeführten sechs Klostertage …
Der Zeitrahmen ist jeweils von 14.00 - 18.30 Uhr; die Termine sind:
1. Sonntag 22. Januar
2. Sonntag 26. März
3. Sonntag 21. Mai
4. Sonntag 24. September
5. Sonntag 12. November
… sollen durch weitere 3 Klostertage 2007 fortgeführt werden.
Es handelt sich um folgende Termine:
6. Klostertag: Sonntag, den 25. Februar 2007
7. Klostertag: Sonntag, den 13. Mai 2007
8. Klostertag: Sonntag, den 26. August 2007
9. Klostertag: Sonntag, den 11. November 2007
Gemeinsam wie bisher laden dazu ein:
1. Die evangelische Kirchengemeinde Germerode
2. Die Pfarrstelle für Meditation und geistliches Leben
3. Die Communität KOINONIA
4. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Klosteranlage.
Die Klostertage beginnen um 14.00 Uhr mit einer Gebetszeit in der Klosterkirche, der sich eine Bibelarbeit im Tagungshaus anschließt. Nach dem Kaffeetrinken wird ein Thema behandelt. Das war am 25. Februar die berühmte Benediktinerregel, die das gesamte westeuropäische Mönchtum prägte. Ihre Kurzfassung lautet "ora et labora" (bete und arbeite).
Das marode Wohnhaus im Kloster
Der Orkan Kyrill, der im Januar über Europa hinwegfegte, hat auch an dem abbruchreifen Wohnhaus Schaden angerichtet.
Da noch ein Mieter darin wohnt und für die Sicherheit von Besuchern des Klosters gesorgt werden muss, wurden die Schäden notdürftig behoben. In diesem Jahr soll das Gebäude jedoch ganz abgetragen werden. Der darunter liegende mittelalterliche Keller muss dabei nicht nur vor Regen geschützt und gesichert werden, denn er steht unter Denkmalschutz. Geplant ist, im Zuge dieser Rückbaumaßnahme eine Grundplatte über den Keller zu bringen, die zugleich das Fundament für den geplanten Neubau sein soll.
Schluss
Ich komme zum Schluss und damit zum Anfang meines Berichtes zurück:
In der Lesung zum heutigen Tag war die Rede von Ärgernissen, Schuld und Versagen der Jünger. Aber auch und gerade von der Verheißung, dass über diesem Versagen seiner Jünger Jesus selbst als der der Herr, steht.
Der Auferstandene selbst sammelt trotz Kontroversen und Ärgernissen über den rechten Weg zum Reich Gottes die die Herrenleute, immer wieder um sich: Darum …
2. Vergesset, was dahinten liegt und euern Weg beschwert;
was ewig euer Herz vergnügt, ist wohl des Opfers wert.
4. So steigt ihr frei mit ihm hinan zu lichten Himmelshöhn.
Er uns vorauf, er bricht uns Bahn - wer will ihm widerstehn?
5. "Drum aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt! Wir gehn an unsers Meisters Hand, und unser Herr geht mit." (EG 394,5)
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
H.G. Ludwig
(Vorsitzender)
|