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Mo 06.08.2012 11:08  (Meditation)

Freundestreffen der Communität und Geschwisterschaft Koinonia am 21. Juli 2012 im Kloster Germerode

Die Communität und Geschwisterschaft Koinonia lud am 21. Juli 2012 zu einem Freundestreffen nach Germerode ein. Rund 60 Menschen, die zur Koinonia gehören oder die ihr freundschaftlich verbunden sind, begegneten sich auf dem Klostergelände, in Kirche, Refektorium, Tagungsstätte und Communitätshaus.

Das Thema "Unterbrechung" bestimmte in der biblischen Betrachtung, in verschiedenen Impulsen, in Gesprächsgruppen und Workshops den Tag und die Gedanken. Es ging um heilsame Unterbrechungen des oft hektischen Alltags aber auch um existentielle Unterbrechungen in unserem Leben, die unerwünscht über uns kommen und uns in die Krise führen. Sich unterbrechen lassen, kann aber auch bedeuten, sich auf ganz andere Lebenswirklichkeiten einzulassen, so z.B. auf die "Fremden" in unserem Land.

In vielen biblischen Geschichten lässt Jesus sich beim Predigen oder Ausruhen unterbrechen: es kommen Menschen, die ihn bitten, sie zu heilen. Irritierend ist daher die Geschichte im Matthäusevangelium, Kapitel 15,21-28, in der Jesus eine kanaanäische Frau zurückweist, die ihn um Heilung ihrer Tochter bittet.

Ulrike Bittner führte beim Freundestreffen in den Text ein und fragte nach den Kriterien, die Jesus bewegen, sich unterbrechen zu lassen. Zählen dazu möglicherweise die Art der Krankheit oder die augenblickliche Laune Jesu oder die Frage, ob er durch sein Handeln Nachteile befürchten muss? Die Antwort findet sich im weiteren Verlauf der Geschichte. Jesus begründet seine Ablehnung mit seinem Auftrag: er ist zu den "Kindern Israel" geschickt und nicht zu Menschen, wie der Kanaaniterin, die nicht zum Volk Israel gehört. Harsche und unerwartete Worte. Doch das Kriterium für sein Handeln, sein eingegrenzter Auftrag wird deutlich.

Die Frau überrascht nun mit einer bildlichen Gegenrede: wenn die Kinder am Tisch zu essen bekommen, fällt auch für die Hunde unter dem Tisch etwas ab.

Jesus erkennt, wie groß ihr Vertrauen in ihn und wie groß ihr Glaube ist. Er lässt sich von ihr in seinem Auftrag unterbrechen und umstimmen, weil er im Glauben der Frau den Vater im Himmel wirken sieht. "Was der Sohn den Vater tun sieht, das tut gleichermaßen auch der Sohn" (Johannes 5,19). Deshalb stimmt Jesus ein und heilt.

Für uns kann eine Frage sein: Habe ich acht darauf, wo der (himmlische)Vater am Wirken ist? Das hat eine berufende Kraft, auch wenn es eine heilsame Begrenzung gibt, die weiterhin gilt; auch wenn meine Aufgaben andere sind.

Eine besondere Freude war es, dass durch eine Spende von Freunden es möglich wurde, eine Skulptur aus der letztjährigen Ausstellung von Sr. Christophora Janssen OSB zu erwerben. So steht nun der Gute Hirte im Inneren Garten des Communitätshauses und lädt ein zum Ruhen und Innehalten.
(Viele fragten, ob denn Maria und Elisabeth am Eingang auch bleiben würden. Noch gibt es nicht genügend Geld fürs Bleiben.)