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Do 18.10.2012 12:01  (Meditation)

Männertreff Herleshausen errichtet ein Gipfelkreuz an der ehemaligen innerdeutschen Grenze

Bild: Klaus GoglerAm 3. Oktober 2012, dem Tag der Deutschen Einheit, wurde auf dem Kielforst bei Herleshausen im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes ein Gipfelkreuz eingeweiht, das an die leidvolle Trennung Deutschlands und ihre Überwindung erinnern soll. Fast 200 Menschen aus Ost und West waren zum "Franzosenkopf", dem höchsten Punkt in der Gemarkung Herleshausen (452 m) direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, gepilgert, um diesem Ereignis beizuwohnen. In seiner Predigt wies Pfarrer Dr. Manfred Gerland darauf hin, dass das Kreuz nicht nur ein Symbol des Leidens und des Todes ist, sondern auch für deren Überwindung durch den Kreuzestod Jesus Christi steht. "Christus stiftete den Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott. Er hat die Feindschaft getötet" zitierte er aus dem Epheserbrief der Bibel. So soll dieses Gipfelkreuz an schmerzliche Erfahrungen der Trennung erinnern, die viele Menschen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze erlebt haben. Es soll aber auch ein Mahnmal sein, dem Tod und der Trennung keine Macht zu geben und schließlich die Einheit zwischen den Gegensätzen von Ost und West, Mann und Frau, jung und alt, evangelisch und katholisch u.a. immer wieder anzustreben und von Gott zu erbitten.
Im Lied "Das Kreuz ist aufgerichtet" (Ev. Gesangbuch Nr. 94) sangen die Gottesdienstbesucher unter der Begleitung des Posaunenchores (ein "Einheitsorchester" aus Ost und West): "Wir sind nicht mehr die Knechte, der alten Todesmächte und ihrer Tyrannei. Der Sohn, der es erduldet, hat uns am Kreuz entschuldet. Auch wir sind Söhne und Töchter und sind frei." Der katholische Pfarrer der Gemeinde Herleshausen, Joachim Hartel aus Sontra, weihte schließlich das Kreuz in einer feierlich gesungenen Liturgie und besprengte es mit Weihwasser. Mit dem Segen, gespendet vom evangelischen Ortspfarrer Martin von Frommannshausen, setzten die Pilger ihre Grenzwanderung über den Kielforst fort und feierten zum Abschluss ein fröhliches Fest am Tage der Deutschen Einheit im Dorfgemeinschaftshaus Willershausen.
Die Idee für dieses Gipfelkreuz entstand im Männertreff der Kirchengemeinde Herleshausen.
Am Franzosenkopf, von dem man einen herrlichen Ausblick in das Werratal hat, sollte ein Rastplatz für Wanderer entstehen und ein Kreuz errichtet werden. Schon bald wurde der Platz vorbereitet. Die sogenannten "Fundamentalisten" bauten auf felsigem Boden ein ordentliches Fundament ein. Abgelagerte Eichenbalken wurden ausgewählt und zugeschnitten und fachmännisch zusammengefügt. Am Abend vor der Einweihung konnte das schwere, über vier Meter hohe Eichenkreuz schließlich mit Manneskraft aufgerichtet und zwei Bänke aufgestellt werden. So lädt dieser Platz alle Wanderer ein, an diesem Ort inne zu halten, den Blick über die wunderschöne Landschaft schweifen zu lassen und unter dem Kreuz ein Gebet zu sprechen.