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Sa 18.06.2016 17:18  (Pilgern)

IRLAND - Auf den Spuren des keltischen Christentums - ein Reisebericht

Sonne und Regen, die wechseln sich ab …….. So könnte man das Wetter in Irland beschreiben!

Unser irischer Reisebegleiter Ciaran holte uns am Flughafen ab, überdachte Wege gegen den Regen führten zum Bus, wo uns unser Fahrer Mike die Koffer abnahm. Rundfahrt durch Dublin, in das Trinity College, dort befindet sich das "Book of Kells", eins der ältesten Bücher der Welt. Kleiner Spaziergang, Fahrt zu einem Golf- Hotel, welches außerhalb von Dublin lag.

Nach dem Abendessen trafen wir uns, 27 Pilgerinnen und Pilger zwischen 14 und 80 Jahren, im Garten des Hotels, um uns vorzustellen. Manfred schlug vor, Du zu sagen. Das machte uns gleich vertrauter.

Irland ist eine grüne Insel, ca. 40 unterschiedliche Bezeichnungen für "grün" soll es geben. Und das sahen wir auch bei der Rundreise - alle Abstufungen, Wiesen mit Schafen, mit Rindern, Blumen in den Vorgärten, Fuchsien-Hecken.

Während der Busfahrten machte uns Ciaran mit der irischen Geschichte vertraut, mit Land + Leuten, mit dem Schulwesen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Mikrophon konnten wir ihn auch gut verstehen. Oder wir sangen, Liederbücher hatte uns Manfred gegeben.

Eines Morgens fuhren wir zu einer modernen Kirche, um dort den Gottesdienst zu feiern. Der Blick war überwältigend! Wir traten in den Kirchenraum, der unbeleuchtet war. Ein breiter Weg führte direkt auf den Altar zu, der vor einem großen Fenster stand. Das das weiße Kreuz, das Grün, die Bäume, der See, alles gehörte zusammen.

Die Heilige Brigid ist die Patronin Irlands. Das Symbol der keltischen Brigid ist das ewige Feuer. Auch bei der christlichen Heiligen spielt das Feuer eine bedeutende Rolle. In Kildare besuchten wir zuerst die Kathedrale, danach waren wir bei den Brigidin-Sisters zu Gast, die uns sehr gerne ihr neues Zentrum zeigten und erklärten. Gebaut wurde das Gebäude wie ein Brigid-Kreuz. Das ewige Licht bedeutet Hoffnung - Gerechtigkeit - Frieden. Einige Tage später konnten wir an der Brigid-Quelle von Liscannor Rast machen. Noch heute zieht sie die Menschen an, weil sie im Ruf steht, ein Ort der Heilung zu sein. Als wir kamen, verließ gerade ein Mann mit einer großen Flasche Heilwasser die Quelle. Es war allerdings sehr schwierig, etwas Wasser aufzufangen.

Zu den Klosteranlagen, die wir besuchten, gehörten Rundtürme mit konischem Dach, der Eingang befand sich mehrere Meter über dem Boden. Erbaut gegen die Überfälle der Wikinger dienten sie als Ausguck, Schatzkammer und Zuflucht. Als wir Kilmacduagh erreichten, regnete es stark. Ciaran erklärte uns die Anlage im Bus - wir wollten nicht aussteigen. Und dann hörte der Regen auf, wir gingen in die Klosterruine, versammelten uns dann zu einer kleinen Andacht.

Hochkreuze mit Ornamenten und Figurenschmuck, auf vielen Friedhöfen und Klosteranlagen konnten wir sie bewundern, das schönste aber befand sich in Monasterboice. Es ist nur bedauerlich, dass dieses schöne Kreuz ganz ohne Schutz hier steht.

Ein absoluter Höhepunkt war die Wanderung entlang der Cliffs of Moher. Langsam ansteigende Stufen, bis zum O’Brien’s Tower waren noch viele Leute unterwegs. Wir versammelten uns am Turm, die nächste halbe Stunde sollten wir schweigend gehen. Der Weg wurde jetzt schmaler, die Seite zu den Klippen hin war durch eine Mauer geschützt - aber es gab auch ausgetretene Pfade. Hier zu schweigen viel mir schwer - diese wunderbare Natur, diese immer neuen Ausblicke - das wollte ich gerne mitteilen. Dann führten Steinstufen bergab, bis zu einer Plattform. Blick in die Runde, sammeln, weiter ging der Weg an Feldern vorbei, Blick hinunter zu den Klippen. Gegen Höhenangst gab es helfende Hände und Zuspruch. Manchmal mussten wir über eine Sperre klettern, unter Stacheldraht durch kriechen. Nach ca. 8 km kamen wir in Doolin an. Für die schnellen Wanderer war noch ein wenig Zeit für ein Ale in einem Pub mit irischer Musik. Hier wären wir gerne noch geblieben!!

Am Abreisetag besuchten wir noch "the hills of Tara", eine alte Begräbnisstätte, die später von den Königen Irlands ausgesucht wurde, um ihren Hochkönig zu wählen. Manfred las uns vor der Statue des Heiligen Patrick das Morgengebet des Heiligen Patrick vor.
Am Ende einer Rundwanderung bildeten wir einen Kreis. Jeder von uns beschrieb, was er von der Reise "mitgenommen" hat. Ciaran sagte: "Andere Gruppen fragen mich, wie viele Kilometer wir gefahren sind. Hier ist es anders, wir sind Seelen-weit gekommen."
Durch Manfred + Ciaran wurde diese Reise zu einem wunderbaren Erlebnis.
Tapadh leibh! Vielen Dank!
Helga R.