Pilgern - Erfahrungsberichte

22.07.2004 Von Eisenach nach Herleshausen - Hans-Werner Krause

Auf dem Elisabethplan unterhalb der WartburgDonnerstag, 22. Juli 2004

Tagesbericht
Von Eisenach nach Herleshausen


Heute sollte es schon sehr früh, früher als sonst, von unserer Nachtunterkunft in Eisenach losgehen. Wir waren am Abend in Eisenach angekommen und durften in dem ev. Gemeindezentrum, Werner-Sülten-Haus, Ludwigstr. 38 die Nacht verbringen. Ich danke nochmals für die herzliche Aufnahme durch die dortige Pfarrerin, die gleich drei verschiedene Suppen persönlich für uns gekocht hatte. Wo gibt es das noch!
Nun aber zurück. Also heute schon 04.30 Uhr Wecken, denn es sollte ein Frühgottesdienst am Elisabethenplan unterhalb der Wartburg gefeiert werden. Fast alle waren aber schon vor dem Wecken wach, denn ein fast unwetter-gleiches Gewitter entlud sich über Eisenach. Sogar das Licht fiel für einige Zeit aus. Also Gottesdienst im Freien war gestrichen. Aber im Gemeindehaus gab es auch einen sehr schönen Gottes-dienstraum, der nun von Fredy für den Gottesdienst genutzt wurde. Der Gottes-dienst hatte natürlich die Heilige Elisabeth zum Thema. Ebenso passte die Losung für diesen Tag direkt zu uns mit dem Gewitter zum Tagesanfang: "Gott hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt." Apostelgeschichte 14,17
Sehr eingängig und mit Gefühl für den Text war auch die Schriftlesung von Gerda vorgetragen worden. Christel regte dann uns alle an diesen schönen Tag mit Tanz und Gesang zu beginnen. Jeder wird sich sicher an "I weak up with the sun in my heart" und an "shine-shine" erinnern.
Inzwischen war es 08.00 Uhr geworden und der Regen hatte sich gelegt und es ging los. Zuerst durch die Innenstadt von Eisenach in Richtung Wartburg. Die Natur war extra für uns frisch gewa-schen worden und so haben wir den steilen An-stieg zum "Elisabeth Plan" mit Leichtigkeit geschafft.
Auf dem Plan empfing uns die Sonne mit einem herrlichen Lichtspiel, so dass der Geist Gottes über uns zu sehen war. Danke!! Die Puncta wurde dort von Janina gehalten. Wir verabschiedeten uns von Elisabeth und wandten uns nun Bonifa-cius auf dem weiteren Weg zu.
Das Wetter wurde nun zusehends warm und sonnig. Wie warm und sonnig werden sich noch alle erinnern, wenn wir an die Steigungen denken, die uns bis zum Rennsteig begleiteten. Aber dann ging es moderat bergauf und bergab.
Die beiden "Willis" hatten einen idealen Ort für die Mittagspause gefunden, bei Clausberg. Denn dort belegt das Landesamt für Landwirtschaft eine alte Villa mitten im Wald und einer herrlichen Terrasse mit Blick auf die Wartburg. Auf dieser Terrasse hatten wir eine herrliche Mittagspause und auch das Bibelteilen fand dort statt.
Anschließend ging es auf dem Rennsteig weiter Richtung Herleshausen. Kurz vor Herles-hausen besuch-ten wir noch die Ruine Branden-burg. Ein Mit-glied des Werra-talvereins erläuterte uns die Geschichte dieser Burg. Zuvor waren wir durch ein Feld gegangen, das war der einzige Weg, der zu einem Aussichtsturm der ehemaligen russischen Armee diente. Von dort hatte man einen herrlichen Blick auf das Werratal und natürlich einen noch besseren Blick auf den ehemaligen Grenzübergang auf der Autobahn Herleshausen. Die Unterstände aus der Zeit der Russen sind noch gut erhalten. In Herleshausen angekommen besuchten wir zunächst die Stadtkirche zu einem Dankgebet auf. Dann belegten wir unser Nachtquartier in der Turnhalle. Zum Abendessen war auch der Bürgermeister erschienen und schilderte uns mit anschaulichen Worten die Situation während der Grenzöffnung.
Eine Anekdote muss ich noch erzählen, denn welcher Pfarrer oder Priester bekommt schon Beifall nach einem Gebet. Also, zum Abendessen gab es auch ausnahmsweise Bier, extra von Willi genehmigt. Und so sprach Pater Rolf das Tischgebet und sagte dann mit entsprechendem Augenaufschlag: "Herr wir danken dir für die Speisen, die wir hatten, und freuen uns aber besonders auf die Gaben, die noch kommen"!! --Tosender Beifall der Gemeinde!! --
Es wurde auch eine Gebets-nacht ange-boten, die mit Taize-Gesängen begann und an die sich jeweils öff-entliche oder stille Fürbitten mit niederlegen einer Kerze an unserem Kreuz anschlossen. Auch für den langjährigen Mitverantwortlichen und Pilger Pater Eusebius wurde Fürbitte gehalten./Er ist uns dann, wie er sagte, am 7. August 2004 vorausgegangen und wurde am 12. August 2004 auf dem Hülfensberg beerdigt. Er wird auch bei den kommenden Pilgerwegen stets bei uns sein./ Die Schweigezeit für die Nacht war angebrochen und jeder ging schweigend mit den Ereignissen des Tages im Herzen der Nacht entgegen.
Hans-Werner Krause

Mittagspause am ClausbergEmpfang durch Bürgermeister Helmut Schmidt in HerleshausenTaizegebet in der Burgkirche Herleshausen