Pilgern - Erfahrungsberichte

Wallfahrtsabschluss auf dem Hülfensberg

von Sabine  (31.07.2005)

Unser Gebet steige auf wie Weihrauch, Herr, zu dirSonntag, 31. Juli 2005
Auf dem Hülfensberg
Tagesbericht von Sabine

Flötentöne sickern durch meinen Schlaf. Langsam werde ich wach und weiß im Halbschlaf, dass ich wieder beim Pilgern bin, so vertraut sind die Töne. Und so vertraut ist die Pilgergruppe trotz der vielen neuen Gesichter, so dass ich überhaupt keine Gefühle der Fremdheit hatte, als wir am Freitagabend in Albungen dazukamen. Ein wenig dämmere ich noch vor mich hin, denn heute ist Sonntag und alles ist nicht mehr so streng. Auch das Frühstück ist üppiger als sonst: Es gibt Kaffee und Tee, Honig, Wurst, Käse - fast wie im Hotel, sogar hart gekochte Eier sind dabei. Ich suche mir einen Platz. Wir beten und genießen das letzte morgendliche Zusammensein.

Nach dem Frühstück findet dann der übliche Rückblick auf die Pilgerwanderung statt. Jeder nur ein Satz, wie Manfred sagt, bei 55 Pilgern wohl auch angebracht. Es bleibt natürlich nicht bei einem Satz, aber es ufert auch nicht aus. Allen hat die Woche gut getan, alle sind bereichert und gestärkt trotz des zeitweiligen An-die-eigene-Grenze-Kommens. Anschließend bekommen Willi, der Proviantmeister, und Willi, der Kreuzträger, von Eberhard einen Orden, den er mit einer kleinen Lobrede überreicht.

Danach folgt ein ganz wichtiger Teil des Pilgerns, das Verbrennen der Wunschzettel, die wir Willi, dem Kreuzträger, anvertraut hatten und die er die ganze Zeit mit sich getragen hatte. Das Ritual, das wir vor der Kirche auf dem Rasen abhalten, ist sehr eindrucksvoll: es duftet nach Weihrauch und der Rauch, der die Wünsche verbrennt, steigt geradewegs in den Himmel, um dann in unseren Kreis zu schwenken.

Inzwischen sind auch die anderen Kirchgänger angekommen und nehmen auf den Bänken vor dem Außenaltar Platz. Wir Pilger stellen uns paarweise in der Kirche auf und ziehen singend nach draußen. Die Sonne scheint, Pater Rolf hält eine eindrucksvolle Predigt, in der er von seinen Pilgererfahrungen erzählt und Manfred nimmt noch einmal das Thema des Pilgerwegs, nämlich Maria, auf - ein wirklich ökumenischer Gottesdienst.

Und dann kommt die Stunde des Abschieds; aber es wird nur ein kurzer Abschied sein, denn schon im November sehen sich die meisten wieder. Und wenn nicht im November, dann spätestens im nächsten Jahr. Sabine

AbschlussrundeVom Hülfensberg ins Werratal