Pilgern - Erfahrungsberichte

Röhrda - Waldkappel

von Peter Neumann (01.09.2007)

Heute liegt der zweitlängste Weg vor uns, deshalb ist das Aufstehen schon für 5.30 Uhr angesetzt. Zur Entschädigung singt uns ein Engelchor unter Elkes Leitung mehrstimmig mit "Meine Hoffnung, meine Freude" aus dem Schlaf.
Auch an diesem Morgen nur kaltes Wasser in der Frauendusche, dafür nach dem Morgenlob ab 6.30 Uhr ein reichhaltiges Stehbankett in Willys Kaffeestube. Der originale Superhonig von Imkermeister Rinke geht aus, man versucht uns eine Aldi-Fälschung unterzuschieben - doch wir erkennen den geschmacklichen Unterschied sofort.
Nach nur kurzem Weg ziehen wir in die schöne Röhrdaer Kirche ein. Unter dem ergreifenden Fenster "Ich bin das Brot des Lebens" feiert Stefanie mit uns Abendmahlsgottesdienst. Der Gesang der Schola wird diesen Pilgerweg unter allen vorausgegangenen hervorheben. Was eine Christel allein nicht schaffte, das schafft sie diesmal im Verein mit Regina und Elke.
Stefanie stellt den Monatsspruch "Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele" über ihre Predigt. Sie erzählt uns von den Zwängen des Siegen- und Erringenmüssens und vom "Loslassen, um Neues ergreifen zu können". Das Abendmahl mit unseren beiden Pfarrerinnen ist bewegend und trotzdem sehr fröhlich.
Nach steilem Anstieg auf der Straße aus Röhrda im Wald Punkta mit Roderich zum Thema Demut. Zum Schweigenbrechen nach 1-stündigem Weg durch den Regen stehen wir eng gedrängt unter dem Dach der Boyneburg. Roderich findet Worte, die unsere Herzen sehr erreichen.
In der Kirche von Wichmannshausen erzählt uns Manfred die Geschichte des dort Pfarrer gewesenen Theologen und Arztes Dr. Kurt Reuber und der von ihm im Grauen des Krieges geschaffenen "Stalingrad-Madonna". Wir begrüßen Louise Gerland als Mitpilgerin.
Zum Mittagsgebet in der schönen Kirche in Hoheneiche hören wir von den Elisabeth-Wundern. Der Küster schenkt uns eine Kopie der Zeichnung, die Goethe während seines Aufenthaltes in Hoheneiche von der Kirche anfertigte. Wir sind immer wieder beeindruckt von der freundlichen Aufnahme in den Orten zu unserem Wege.
Mittagspause diesmal auf einem Grillplatz etwa 1 km hinter Hoheneiche - eine idyllische Waldwiese mit Wasserspülungstoiletten. Hubert, Horst und Willy ziehen wieder einmal alle Register der Bewirtung.
Nach in Anbetracht des noch langen Weges nur kurzer Mittagsruhe ziehen wir auf bergigem Weg weiter. Während einer längeren Pause in Kirchhoßbach erschließt uns Elke eine Wasserstelle. So wie diesmal unterwegs gesungen wird, haben wir uns erträumt. Danke Elke! Danke Christel! Danke Regina!
Das Bibelteilen findet diesmal unterwegs im Gehen statt
"wie das wandernde Gottesvolk auf dem Wege" sagt Stefanie.
Bei unserer ankunft in der Kirche noch eine Andacht mit kurzen Worten zum Weltfriedenstag zum heutigen 1. September und dann nach soviel geistiger Nahrung eine gute Suppe von der freundlichen Gemeinde.
Schlaf- und auch Duschmöglichkeiten gibt es in der Sporthalle. außerdem kann im Gemeindehaus und in der Kiche geschlafen werden. Als Tagespilger kommen für den Sonntag schon heute abend Sabine, ----- und Bodo zu uns. Als Wermutstropfen, nein, wohl eher - teller verläßt uns unser Pilgerführer Heinz-Willy mit defekten Bandscheiben. Unsere guten Wünsche begleiten ihn.