Pilgern - Erfahrungsberichte

16. Juli Bornhagen - Bad Sooden Allendorf

Schlafen im Stroh beim "Klausenwirt"!?
Hat sich die Pilgerleitung geirrt?
Für 6.00 Uhr ist das Wecken geplant,
doch es kam anders als gedacht.
Der Esel weckt schon um halb sechs,
das ist doch manchmal wie verhext.
"Hat der Plan sich geändert?", wurde gefragt.
" Nein, nur hat niemand dem Esel Bescheid gesagt!"
Abendessen und Frühstück waren "deliziös",
über Brötchen und Kaffee ist fast niemand bös`.
Beim Gottesdienst im Rimbacher Kirchelein,
ging es um Matthäus, der war klein.
Pater Rolf lud ein, den Matthäus verstehn,
im Menschen, den wir als Zöllner sehn.
Z.B. die, die oft unfreiwillig diese Grenze bewacht
den "Zöllner" einzuladen unter unser Dach.

Bei der Punkta von Magdalena mit Burgenblick,
schauten wir auf unsere Vergangenheit zurück.
" Ein feste Burg ist unser Gott."
ER hilft und führt uns aus aller Not.
Die Teufelskanzel gibt es seit dem 30. April,
welches Jahr, da kann jeder denken, was er will.
Die Kirche in Wahlhausen so schön und bunt,
dort hatten wir zum Danken wieder allen Grund.
Willi meinte, das Brot wäre knapp,
aber nach dem Gebet von Manfred wurden alle satt.
Der Nachbar hat über die Mauer zu uns gesprochen
und meinte, wir sähen aus, wie aus dem Gefängnis ausgebrochen.

Nach der Mittagspause im Sonnenschein,
ging`s weiter, so soll es ja auch sein.
Wir traben alle hinter dem "Heiland" her,
wenn`s doch im Alltag auch so einfach wär`!
Der Weg führt uns wieder mal steil bergan,
einige kommen auch mit dem Auto oben an.
Im Grenzlandmuseum Schifflersgrund,
die Zeit war knapp, nur eine Stund`.
Ein kleiner Einblick, wie es lange Zeit hier war,
man kann es fast nicht mehr glauben, dass es einmal so war.
Wie gut, dass diese Zeit Geschichte ist,
so was wie Sperrgebiete wird von niemandem vermisst!
Der Weg nach Allendorf ist angenehm,
um 17.00 Uhr wollen wir bei St. Crucis im Bibelgarten stehn.
Sehr schön ist die Führung durch diesen Garten,
in dem viele interessante Pflanzen und Bänke auf uns warten.

Später finden wir in der Turnhalle das Nachtquartier,
auch ein paar "Draußenschläfer" gibt es wieder hier.
Um 19.00 Uhr Abendbrot: lecker Suppe mit Wurst und Brot,
auf einer Wallfahrt leidet niemand wirklich Not!
Um 20.00 Uhr bekommen wir Besuch von zwei Schwestern
sie erzählen aus ihrem Leben, als wäre es gestern.
Sollten zwangsausgesiedelt werden aus Sickenberg,
konnten nur durch Flucht verhindern dieses Werk.
Nach der Wende wieder ein Haus dort gebaut,
sich wieder gemacht mit der alten Heimat vertraut.
Mit dieser Begegnung ging dieser Tag zu Ende,
wir legten ihn zurück in Gottes Hände.
Dankten dem Schöpfer, der dieses Wunder vollbracht,
und unser geteiltes Land wieder zu "einem" gemacht.