Pilgern - Erfahrungsberichte

03.07.2010 Ankunft der Pilger in Fulda

Nach dem ersten Zusammenkommen aller anwesenden Pilger stimmten wir über den weiteren Verlauf des Abends ab. Einige von uns haben sich die Übertragung im Schlosshof angesehen. Alle haben sich gefreut, dass im Spiel Deutschland gegen Argentinien Deutschland 4 : 0 gewonnen hat.
Hoffnung ist das Thema des Weges.
Nach einem guten Essen haben wir uns auf den Weg gemacht in den Schlosspark.
Umgeben von großen Bäumen und staunendem Publikum fanden wir uns ein zur Kennenlernrunde. Die Vögel zwitschern und es ist warm. Eine Mitpilgerin erzählt von ihrem Pilgerweg nach Santiago de Compostella. Dass immer jemand dagewesen ist, bei dem sie als Pilgerin übernachten konnte. Und wenn man so ganz allein in der Schöpfung unterwegs ist, wie angenehm es ist, zu schweigen und den Weg vor Augen zu haben. Und dass es immer weiter geht. Jeden Tag eine neue Herausforderung. Ich frage mich oft, ist unser Alltag nicht auch so ein Weg? Wie oft denkt man, bis hierhin und nicht weiter. Und dann ist da ein schmaler Pfad, ein Licht, das uns sagt: Da muss ich unbedingt noch hin. Und ich schaffe das.
Ohne Hoffnung gibt es nichts, kein Leben, aber auch keine Wiedervereinigung. Kein Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs. Die Grenze war auf einmal nicht mehr da.
Die Ökumene im Kleinen, wir haben doch schon längst damit begonnen. Nicht mehr zu fragen: Wo kommst du her? Sondern: Wo können wir heute gemeinsam hingehen?! Das ist schon ein großes Stück der Ökumene, die von uns Pilgern unbewusst gelebt wird. Wege entstehen nur dadurch, dass wir sie gehen. Und der Anfang im Kleinen hat sich ja schon längst vollzogen.
Man muss sich trauen, zu sagen, was man denkt, aber dann auch gleichzeitig danach handeln. Wir können die Schöpfung nur so bewahren, indem wir etwas für sie tun. Und das jeden Tag. Indem wir sparsam sind auf der einen Seite und großzügig auf der anderen Seite. Ich wurde auf meiner Heimfahrt eingeladen, das Hessen-Ticket mit zu benutzen. Wenn jeder so handeln würde, das wäre gut. Lasst uns nicht immer fragen: Was habe ich davon? Sondern fangt an, das Leben zu genießen.
Leslie