Pilgern - Erfahrungsberichte

24.07.2011 Hülfensberg

von Christa Smouse

Cordula, Eberhard und Kurt wecken uns zum letzten mal mit Musik und Gesang in der Kirche und im Kloster am Hülfensberg. Schön, so geweckt zu werden.
Ein neuer Tag liegt vor uns. Ein Tag mit seinem Schweigen, der Stille,
Vögel singen, wir hören sie, wir nehmen den Duft der Blumen wahr.

Um 7 h Frühstücken wir im Saal. Herzhaftes, leckeres Pilgerfrühstück.
Gleich nach dem Frühstück - 8 h - entzündet Pater Rolf ein Feuer - mit Weihrauch. Alle unsere Bitten, die während des Pilgerns in der "Kreuztasche" getragen wurden, gehen in Flammen gen Himmel. Möge Gott unsere Bitten erhören.

Wir stellen uns im Kreis auf. Pater Rolf gibt einen Kurzbericht über unsere gesamte Pilgertour. Wir erlebten eine breite Wetterskala. Ein letztes herzliches Gebet; wir beten das Vaterunser. Aus dem Kreis heraus bilden wir eine Spirale, im Pilgerschritt lösen wir uns auf - alle unsere Gesichter ziehen noch einmnal an uns vorüber. Es folgt unsere traditionelle, herzliche Verabschiedung mit guten Wünschen - unser Pilgern geht dem Ende zu.

Wir schreiten singend hinter Karl, Arne und Pater Rolf in die Kirche (Hochamt - Gottesdienst mit Eucharistiefeier) mit "unserem" Lied "Pilger sind wir Menschen ...". In der voll besetzten Kirche hat sich eine Kinderpilgergruppe aus Heiligenstadt bereits eingefunden. Die Kinder spielen Alt-, C-Flöte und Geige und singen allerliebst.
Predigttext: Salomos Urteil - 1. Könige 3, 16-28:
2 Frauen erheben ihr Anrecht auf ein Kind. Salomo urteilt gerecht, weise, überzeugend.
Die Geschichte eines Indianers, wird erzählt, wie dieser einem Weißen das unterschiedliche Hören erklärt am Beispiel der Grille und der Münze: die Grille wird vom Indianer gehört, sie ist ihm wichtig, der Weiße vernimmt nur das Geräusch der Münzen, wenn sie zu Boden fällt. Ganz andere Wertigkeiten erscheinen.
Wir hören und sehen mit dem Herzen!

Zum Abschluß vorm Altar singt unser Pilgerchor 4-stimmig unter der Leitung von Kurt unseren Song: "Wir gehn weiter auf dem Weg mit Gott /We are marching in the light of God ... ooh". Unsere Stimmen durchdringen den Kirchenraum. Es berührt auf seine Weise.
Nach dem Segen ziehen wir mit "Möge die Straße uns zusammenführen .... " aus der Kirche.

"Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem" - Röm 12,21, war Thema unseres Pilgerweges.
Wie wir mit dem Bösen umgehen: Wenn man in der Situation ist, muss man wissen, wie man reagiert.


Manfred gibt verschiedene Strategien, dem Bösen zu wiederstehen,
 u.a. die Bereitschaft, den Kampf aufzunehmen, sich schützen,
 wir kommen nicht um das Kämpfen herum, lasst uns nicht einlullen, seid nicht naiv,
 seid stark in dem Herrn: mit der Taufe sind wir in das Kraftfeld Gottes gekommen. Luther: "baptistus sum": ich bin getauft - Ich bin für das Böse unantastbar.

Unsere Füße: klein, groß, stark, schwach, ver-blast, gesund: der Fuß ist die Voraussetzung zum Laufen.

Pilgern: Runderneuerung des Geistes (Zitat Manfred)

Pilgern: Entschleunigung!, Kur für die Seele!

Wir ziehen wieder hinaus in unseren Alltag: mit freiem Blick, offenem Herzen:
Ein neuer Weg des Lebens beginnt!

Wir blicken in die Zukunft, nächsten Sommer: auf eine spannende, erlebnisreiche Pilgertour 2012. Möge die Straße uns zusammenführen, wir uns gesund wiedersehen.

Gott behüte uns!
Eure Pilgerschwester Christa aus Istha