Pilgern - Erfahrungsberichte

16.07.2011 Schmalkalden

von Eberhard Thies (16.07.2011)

Es ging schon sehr chaotisch los. Wir wollten, wie immer, mit einem "Schönen-Wochenende-Ticket" von Kassel nach Schmalkalden fahren.
Wir, d.h Cordula, Jürgen, Christa, Annegret, Anita, Birgit und ich.
Start: 10.14 h ab Wilhelmshöhe, aber von wegen ... Cantus streikte. Wir warteten auf Kurt, den wir noch nicht kannten (von Ele beschrieben: groß, schlank mit schütterem Haar, ihr Nachbar). Damit wussten wir genau, wonach wir im kleinen ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe suchen sollten. Wir fanden ihn auch nicht, aber nicht wegen unserer Unfähigkeit, sondern weil er schon 10.04 h gefahren war, was wir natürlich erst in Schmalkalden erfuhren.

12.04 h ging es dann endlich los, ein Cantus fuhr, aber nicht direkt, sondern durch halb Thüringen, fast über Postsdam (so kam es mir wenigstens vor). 16.42 h waren wir dann endlich da und wurden von Manfred abgeholt. Es war sehr warm, so wie bei der gesamten Pilgerstrecke nicht mehr. Wie üblich beim Pilgern, waren wir bester Laune, aber es fehlte wie üblich so Einiges (Cordula vermisste ihr Pausenbrot - angeblich bei dem 4 x Umsteigen irgendwo liegengelassen). Es war natürlich da, unten im Rucksack, etwas platt. Jürgen war als alter Bundesbahner immer wieder mal in Atacken unruhig, ob wir auch in den richtigen Zug gestiegen seien. Aber Ankunft in Schmalkalden s. oben.

18.00 h Einführung, Vorstellung, Ämterverteilung. Helga fehlte, unsere jahrelange Vergeßlichkeitsministerin. Ob das voll gut gehen würde. Essen für die 7 Neupilger, wohl etwas ungewohnt.
19.30 h Stadtführung durch einen Fremdenführer, der sehr nett und willig war, aber noch kurz vor dem Touristenführer-Examen. Ich habe nicht sehr gut aufgepasst. Luther kam vor, Johann Hus, Schmalkalden gehörte früher zur ev. Kirche Kurhessen-Waldeck in Kassel. Welch` ein Glück: Ein Passus aus früheren Zeiten sagte: Sollten sich die Verhältnisse mal ändern, kann Schmalkalden wieder in den Schoß der Kurhessen-Waldeck-Kirche zurückkehren. Ein prophetischer Satz. Natürlich ergriffen die Schmalkaldener 1989/91 diese einmalige Gelegenheit: sie sind kirchlich Hessen.

Die Stadt, die Schloßkirche sind wunderschön denkmalsgerecht restauriert, es ist eine wahre Freude. Wichtig ist in der Geschichte der Schmalkaldische Bund als Schutz- und Trutzbund in den Wirren der Bauernkriege! Aber die Einzelheiten??? Siehe oben: nicht gut aufgepasst. Aber es gibt ja Google für Fanatiker von Geschichtszahlen.
Wichtig: Die Pfarrer werden bis heute u.a. auf die Schmalkaldischen Artikel ordiniert.

Der erste Tag schließt mit der Complet mit anschließendem Schweigen. Cordula und ich hatten das Wecken für 5.45 h übernommen. Wir blieben bei diesem Amt bis zum Ende.
Wahrscheinlich werden wir dieses Amt für die folgenden Jahre behalten (wie Helga als Vergeßlichkeitsministerin).

Eberhard Thies