Pilgern - Erfahrungsberichte

23.07.2012 Von Hofgeismar nach Veckerhagen

von Christa Smouse

Der Psalm 90 wird gebetet von Pater Rolf: er gibt Zuflucht in unserer Vergänglichkeit.

Michael hält die Predigt über Römer 8,18 - 28: Die Schöpfung seufzt.
- Ist der Mensch etwas Besonderes?
- Oder ein Teil der Natur, ein Tier wie andere auch?
- Beides - wir sind Kreatur und zugleich das Ergebnis von Milliarden "Zufällen". Unser Leben hängt an einer Unzahl von "seidenen Fäden".
- Evolutionsbiologie betont Kooperation/Liebe statt Konkurrenz; der Pilgerweg ist ein gutes Lernfeld dafür.

Heute hat Cordula Geburtstag. Es ist das achte Mal, dass sie während unserer Pilgertour Geburtstag mit uns feiert. Wir singen ihr "Heute kann es regnen, stürmen oder schnein ..." - und los geht´s von der katholischen Kirche in Hofgeismar.

Wir haben heute einige "neue" Pilger: Cornelia, Renate und Marianne.

Unser erster Halt an der Friedenseiche auf dem Warthügel, 290 über NN,
wo 1870-71 dem Ende des deutsch-französischen Krieges gedacht wird.

Magdalena hält die Puncta nach der Jahreslosung 2012: "Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig". Sie gibt das Leben und Wirken der Birgitta von Schweden wieder. Eine Frau mit großer Willenskraft, eine Pilgerheilige. 1301 bei Uppsala geboren, als Cousine des Königs bekam sie eine gute Ausbildung, sie war eine vorbildliche Mutter, gründete Spitäler, gab den Armen zu essen.
Sie pilgert nach Trondheim und Compostela zusammen mit ihrem Ehemann; ihr Ehemann tritt ins Zisterzienserkloster ein und stirbt bald danach.
Birgitta wurde nach Rom gerufen und lebt hier 20 Jahre, hier gründet sie unter anderem eine Pilgerherberge. Sie schreibt die Päpste in Avignon an, nach Rom zurückzukehren. Im Alter von 69 Jahren pilgert sie nach Jerusalem, kommt krank zurück und stirbt im Jahre 1378.

1999 wird sie als Patronin Europas vom Papst gewürdigt. Bei Augsburg wird ein Birgitta-Kloster gegründet. Im 20. Jahrhundert wird sie wieder sehr populär in Schweden. Sie wird gefeiert als verbindendes Glied zwischen Evangelischen und Katholiken. Birgittas Streben war, Gottes Willen und ihren Willen unter einen Hut zu bringen: "Was will Gott von mir und was will ich?"

Am Ende der Puncta singen wir "Schweige und höre ..."
Im Schweigen gehen wir durch Hombressen, nach einem langen Anstieg kommen wir zum "Hochzeitswald".
Das Schweigen wird beendet mit dem Segen "Gott gib uns die Einsicht, Verstand und Willen, Deinen Willen, den Willen Gottes und meinen zu vereinbaren."
Noch einmal singen wir "Schweige und höre ... "

12:00 Uhr Mittagsgebet
Wir singen "Vom Anfang der Sonne ..."

Mittagsrast auf der Rundbank. Manfred kommt mit dem VW-Bus: "Hurra! Es gibt Bananen". Leslie hat vom Abend vorher noch eine Flasche Vanillesauce. Die wird nun gekostet von Peter, Ele, Hedwig und Brigitte; Brigitte hat sie sich ein wenig mit Wasser verdünnt. Wir, die wir nichts abbekamen, haben herzlich gelacht.

Immer noch auf der Rundbank: Annegret hat den ersten Zeckenstich. Doktor Eberhard entfernt die Zecke und klärt uns auf über Borreliose.

Weiter geht es durch den Reinhardswald, vorbei am Dornröschenweg. Unsere 1. Meditationsschleife. Wir beten gerade den "schmerzhaften Rosenkranz". Die Meditationsschleife dauert genau einen Rosenkranz. Wie lang war der Rosenkranz, über welche Entfernung zog er sich hin?

Bei unserer Ankunft in Veckerhagen an der Kath. Kirche St. Wigbert begrüßt uns Hermann. Wir singen "Ich sing dir ein Lied ..." Wir treffen Pfarrer Gies und dann gehts auf zur Sporthalle und wieder zurück zum Essen. Hermann wird als unser "Neu-Pilger" begrüßt. Sein Wunschlied: "Lobet und preiset den Herrn ..." singen wir ihm gern. In der Sporthalle haben wir geduscht, dann gleich zurück ins Pfarrhaus von St. Wigbert zum Essen: Gulaschsuppe.
Heute hat doch Cordula Geburtstag. Was gibt es traditionsgemäß an diesem Tag von Hermann, ihrem Vater, für uns alle: Eichsfelder Schmandkuchen - eingeflogen aus dem Eichsfeld.

Heute abend ist Singstunde mit Ulrike. Trotz des langen Tages können wir neue Lieder einüben.

Complet mit Michael. In der Stille lassen wir noch einmal den Tag an uns vorüberziehen. Wir begrüßen zwei Neupilgerinnen: Dorit und Helga. Schweigend begeben wir uns in die Ruhe der Nacht. Morgen ist bereits um 6 Uhr Wecken.

´n gut´s Nächtle und behüt´ Euch Gott!
Eure Pilgerschwester Christa von Istha