Pilgern - Erfahrungsberichte

16.06.2015 Anreise

Dienstag, 16.06.2015

Um 7.00 Uhr bei sonnigem Wetter aufgestanden. Das Gras im Garten war gelb mit nur einigen grünen Halmen die verzweifelt gegen die Trockenheit ankämpften. Die ganze Natur, alles wartete auf Regen.

Gegen 8.45 Uhr fuhren wir los. Am Bahnhof in Herleshausen kamen dann Manfred Gerland, seine Tochter und unser Reisedoktor Peter dazu.

Der Cantuszug kam pünktlich um 9:30 Uhr und unsere Reise begann.

In Eisenach um 9:44 Uhr angekommen, sollten wir fahrplanmäßig am Bahnsteig gegenüber um 9:49 Uhr mit unserem ICE, der uns in 2 Stunden entspannt und ohne umsteigen nach Frankfurt zum Flughafen weiterfahren.

Beim Abgleich der Abfahrtzeiten stellten wir fest, dass über der Anzeigetafel eine weiße Leuchtschrift uns etwas mitteilen wollte. Wir gingen näher heran und dann die Ernüchterung. Unser Zug war gar nicht angezeigt. Es war der frühere Zug und dieser sollte voraussichtlich erst mit einer Verspätung von 90 - neunzig - Minuten eintreffen.

Aufgrund unseres zeitlichen Puffers dachten wir, dass wir unser Flugzeug mit diesem verspäteten Zug noch erreichen konnten.

Also war nun erst einmal warten angesagt. Doch bei mir und auch bei einigen anderen Fahrgästen auf dem Bahnsteig machte sich zusehends Unruhe breit und die Handys liefen heiß.

Durch Rückfrage bei einem Zugbegleiter mussten wir erfahren, dass durch den Ausfall eines Stellwerks bei Jena heute voraussichtlich gar kein Zug mehr kommen würde.

Ich lief daraufhin nach unten zur Information und zum Reisezentrum der Bahn in der Bahnhofshalle. Doch hier war nach über einer Stunde Verspätung und keiner Mitteilung über den Lautsprecher am Bahnsteig der reine Chaos ausgebrochen.

Man wusste nichts über das was passiert war. Wann der nächste Zug kommen würde stand in den Sternen. Was die aktuelle Situation anging, herrschte trotz vernetzter und modernster Computertechnik auf den Bildschirmen "Funkstille".

Für mich war sofort klar, dass wenn wir überhaupt heute noch nach Frankfurt kommen wollten, dann nur mit einem Taxi. Ich lief zum Taxistand und fragte was eine Fahrt nach Frankfurt kosten würde. 350 €. Das war`s!

Ich lief zurück in die Bahnhofshalle. Dort hörte ich meine Frau nach mir rufen. Peter hatte schon ein Großraumtaxi für die Fahrt zum Flughafen bestellt! Das kam dann auch gleich und die Fahrt ging um 11 Uhr los.

So hatten wir uns das nicht vorgestellt, aber wir waren endlich wieder unterwegs nach Frankfurt.

Im Taxi war Manfred nahezu ununterbrochen am telefonieren um zu wissen, wo seine anderen "Schäfchen" denn so waren. Einige unserer Gruppe aus Thüringen waren ebenfalls von dem Stellwerksausfall betroffen und so begannen wir unterwegs den Plan B oder auch C durchzuspielen. Was passiert, wenn wir, die oder der nicht rechtzeitig am Flughafen ankommt, wenn einige das Flugzeug nicht erreichen, etc.

Die Taxifahrt verlief gut und wir waren um 13.15 Uhr am Check-in Schalter im Terminal 2, Bereich D. Das Einchecken war noch im vollen Gange als wir ankamen und wie durch ein Wunder waren alle aus unserer Gruppe da.

Die Freude darüber war groß und wir konnten aufatmen.

Das Flugzeug sollte um 14.15 Uhr abheben. Das war nun noch zu schaffen.
Nach dem Einchecken war laufen zum Gate D 54 - durch den ganzen Terminal 2 angesagt.

Von nun an lief alles glatt. Bei der Sicherheitskontrolle mussten wir nicht lange warten. Wir waren pünktlich am Gate und fuhren mit dem Bus zum Flugzeug der Ukraine International Airways auf dem Vorfeld.

Bei unserer Zwischenlandung in Kiew haben wir uns nach der ganzen Aufregung am Vormittag zum ersten Mal als Gruppe zusammengefunden und so richtig begrüßt.

Nach einem einstündigen Aufenthalt begann die Abfertigung zum Weiterflug nach Eriwan. Wir stiegen in einen Bus, der uns zum Flugzeug bringen sollte, aber dieser fuhr nicht los. Sollen wir denn heute doch nicht nach Eriwan fliegen? Was war nun schon wieder los?

Nach einiger Zeit kam ein junger Mann und erklärte uns, dass wir alle wieder aus dem Bus aussteigen sollten. Wir mussten zu einem anderen Gate und von dort nach einigen Unstimmigkeiten, da wir ja jetzt keine Bordkarten mehr hatten, mit dem Bus über das Rollfeld zum Flugzeug.

Mit Verspätung hoben wir dann endlich ab und es ging nun doch noch nach Eriwan.

So gegen Mitternacht erreichten wir Eriwan, wo die nette und attraktive Reiseleiterin und unser Fahrer mit einem komfortablen Bus auf uns warteten.

Auf der Fahrt zum Hotel stellten wir fest, dass es in Eriwan geregnet hatte.

Wir checkten im Hotel ein und gingen alle sogleich zu Bett.

Ein langer Tag lag hinter uns. Wir waren geschlaucht aber doch zufrieden.
Wir waren alle heil in Armenien angekommen!

Arnd