Pilgern - Erfahrungsberichte

18.06.2015 Kloster Chor Virap - Kloster Noravankh - Steinkreis von Zorakhar - Goris

Donnerstag, 18.06.2015

Die neue Reiseführerin Rita begrüßt uns und wir brechen auf zu unserer mehrtägigen Rundreise in den Süden Armeniens. Unsere erste Station ist das Kloster Chor Virap am Fuß des mächtigen Berges Ararat (5.165 m), den wir in seiner ganzen Größe und Schönheit nun vor Augen haben. Er liegt jenseits der mit Stacheldraht und Wachtürmen befestigten Grenze auf türkischem Gebiet. Der Legende nach hat der Hl. Grigor an diesem Ort 15 Jahre in einem Kerker in einer tiefen Grube hausen müssen, in die der heidnische König ihn hat werfen lassen, bis er auf Flehen der Königsschwester freigelassen wurde. Sie hoffte, dass er den an einer bösartigen Krankheit leidenden König heilen könnte. Der König bekehrte sich nach seiner Heilung zum Christentum und führte damals erster das Christentum als Staatsreligion in seinem Land ein (311 n. Chr.). Heute ist das Kloster ein berühmter Wallfahrtsort. Von einem nahegelegenen Hügel genießen wir einen wunderschönen Blick auf das Kloster, den Ararat und die vor uns liegende Ebene. Wir fahren weiter zum Weindorf Areni wo wir unser Mittagessen bei einer Familie einnehmen und anschließend verschiedene Weine der Region verkosten. Unser nächstes Ziel ist das Kloster Noravankh (13. Jh.), eines der schönsten Klöster Armeniens in einer einsamen Schlucht gelegen. Nach Besichtigung der verschiedenen Kirchen mit ihren architektonischen Besonderheiten haben wir noch eine Begegnung mit dem zuständigen Pfarrer, von dem wir interessante Details über die Armenische Kirche erfahren. Er selbst ist verheiratet und hat drei Söhne für die er bereits feste Pläne hat. Der Älteste soll wie er Priester werden, der Zweite Soldat und der Dritte kann selbst entscheiden, was er werden will. Töchter hat er wohl auch noch, aber die erwähnt er nur am Rande. Hier scheint die patriarchale Ordnung in Familie und Kirche noch ganz ungebrochen. Unser Weg in über Richtung Süden führt uns schließlich zum prähistorischen Observatorium Zorakhar, einem Steinkreis in offener weiträumiger Landschaft. Dieser magische Ort aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus war ein Kult- und Begräbnisplatz. Die aufgerichteten etwa zwei Meter hohen Steinsäulen folgen offenbar dem Weg der Sonne am Himmel. Ich bedauere Sehr, meine Wünschelrute nicht dabei zu haben, denn hier scheinen interessante Energiefelder, die man auch ohne Rute zu spüren meint, vorhanden zu sein. Viele von uns nutzen die Gelegenheit, um ein wenig in Stille für sich zu sein, den Sonnenuntergang zu beobachten und die besondere Atmosphäre dieses Ortes auf sich wirken zu lassen. Als wir wieder aufbrechen setzt bereits die Dämmerung ein und wir erreichen am Abend schließlich unser Quartier in Goris. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende und wir sind gespannt auf weitere Entdeckungen in dieser wunderschönen Landschaft.

Manfred