Pilgern - Erfahrungsberichte

22.06.2015 Tempel Garni - Höhenkloster Geghard - Fladenbrot "Lavasch" - Jerevan

Montag, 22.06.2015

Auch dieser Tag brachte uns wieder mit der Geschichte, der beeindruckenden Kultur und der wunderbaren Landschaft Armeniens in Berührung.
Auf dem Programm standen:
Besichtigung eines Tempels, der einst dem Sonnengott Mithra geweiht war, und in friedlicher Koexistenz mit einer christlichen Kirche Seite an Seite stand. Beides wurde durch das Erdbeben von 1988 zerstört. Der Tempel allerdings ist mit Spendenmitteln wieder aufgebaut worden.
Wanderung durch eine Basaltschlucht. Pfr. Gerland gab zuvor eine kurze Einführung, in der er einlud, den Weg durch die Schlucht im Schweigen und mit Achtsamkeit zu gehen. Um mit allen Sinnen wahrnehmen zu können, sollte auch einmal auf’s Fotografieren verzichtet werden. Mit einem Text von Pater Alfred Delp, brachen wir dann auf. "Die Welt ist Gottes so voll", davon sprach Delp und dies war auch unsere Erfahrung mit Blick auf die Schönheit des Basaltgesteins und mit Blick auf all die Erfahrungen der zurückliegenden Tage. Und das Gehen im Schweigen war wohl für die meisten von uns eine gute Erfahrung.
Besichtigung des Höhlenklosters Geghard mit seinen verschiedenen Gebäuden, die aus unterschiedlichen Zeitepochen stammen. Die Muttergotteskirche, wieder mit einer typischen Kreuzkuppel versehen, ist mit vier Eckkapellen ausgestattet. Einmalig ist die Lage der Klosteranlage, deren ältester Teil direkt aus dem Felsen gehauen ist. Das Gavith enthält einen Lichtschacht, der einige von uns einlud, sich in den herabfallenden Lichtkegel zu stellen und "erleuchten" zu lassen.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch einer Gastfamilie, die uns mit der traditionellen Art des Brotbackens bekannt machte. Das Fladenbrot "Lavasch" wird in einem Erdofen gebacken. Eine nicht zu beschreibende Art, die den "weisen" Frauen - die durch ihr Alter reich an Lebenserfahrung und vielleicht auch an Lebensweisheit geworden sind. Die Frau, die für uns das Brot buk, ruhte jedenfalls in sich und ihr war die Würde bei ihrem Tun anzusehen.
Zwei von uns versuchten sich in dieser Kunst des Backens, aber jedes Mal stürzte der Fladen in die Tiefe des Ofens hinab. Umso mehr erfüllte uns Hochachtung vor dem Tun der Bäckerin.
Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abschiedsmahl in einem traditionellen Restaurant. Wir freuten uns sehr, dass auch Melina gekommen war, um von uns Abschied zu nehmen. Dass sie wie eine Nachtigall singen konnte, hatten wir schon am ersten Tag erfahren. Dass sie aber auch hervorragend Klavier spielen konnte, erfuhren wir, als sie sich ans Keyboard setzte und uns ein Abschiedslied sang.
So ging dieser letzte Tag mit vielen guten gegenseitigen Wünschen zu Ende. Die Erfahrungen, Eindrücke und Begegnungen werden noch lange in uns nachklingen.
Armenien und seine Menschen sind wirklich eine Reise wert!

Angelika