Pilgern - Erfahrungsberichte

24.07.2014 Ankunft in Worms

Ankunft in Worms

Es war der Tag der Umarmungen!
Für zehn Pilgerinnen begann es schon am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, an dem wir uns zufällig und verabredet trafen. Eine weitere Umarmung gab es am Bahnhof in Worms und die restlichen folgten im Umfeld der Gemeinderäume der Evangelischen Friedenskirche. Die Wiedersehensfreude war bei den "alten" Pilgerinnen und Pilgern groß. Da dies mein zweiter Pilgerweg ist, auch bei mir. Ich kann mich noch gut an das "erste Mal" erinnern und die neuen PilgerInnen gut verstehen, die etwas verstört auf dieses Treiben blicken und sich fragen: Wann werde ich dazugehören? Aber in dieser Gemeinschaft geht es unglaublich schnell. Schon am nächsten Tag gibt es keinen Unterschied, denn auch bei bekannten Gesichtern muss manchmal nach dem Namen gefragt werden.

Es folgte die Begrüßungsrunde mit der Vergabe der verschiedenen Ämter, für die sich zügig Verantwortliche fanden. Manfred wies auf die verschiedenen Arten der möglichen Leiden hin und zitierte einen ehemaligen Pilger: "Die Summer aller Leiden ist konstant." (Da bin ich ja froh, dass ich diesmal schon beim Packen gelitten habe.)

Anschließend fand eine Führung auf Luthers Spuren statt, die uns auch zu dem weltgrößten Reformationsdenkmal der Welt führte, auf dem Luther und weitere Reformatoren dargestellt sind.

Anschließend wurden wir von dem Pfarrer der Dreifaltigkeitskirche freundlich empfangen. In der Kirche brauchte ich einige Zeit, um zu erkennen, dass es sich bei der Schrift an den Wänden um die drei Artikel des Glaubensbekenntnisses und deren Erklärung nach Luthers "Kleinem Katechismus" handelt. Nachdem der Pfarrer auf das weltbeste Eis hingewiesen hatte, brachen viele die Pilgerregel. Das Eis war es wert!

Während des Abendgebets gab es für mich Gelegenheit zum Dank für
 gutes Ankommen
 nette Mitmenschen
 freundliche Worte zur Begrüßung
 Gesundheit, um diesen Pilgerweg in Angriff zu nehmen
 die Vorbereitung durch andere

Es gab keine Duschen, aber einen Gartenschlauch! Mit großem Vergnügen wurde dieser genutzt.

Ich legte mich im Freien - aber überdacht - schlafen und war dankbar, in der Nähe von Menschen zu liegen, auf die ich mich gefreut habe. Die Blitze eines heftigen Gewitters und das Licht des Bewegungsmelders "erleuchteten" uns in dieser Nacht.

Ich freue mich auf den Weg - und eine "innere Erleuchtung" wäre auch wünschenswert…


Erika Spangenberg, Kassel