Pilgern - Erfahrungsberichte

19.07.16 Von Grebenau nach Niederaula - Astrid

Dienstag, der 19. Juli 2016 war ein wunderschöner Sommertag. Wir starteten bei Sonnenschein an der Johanniterhalle in Grebenau. Die Tageslosung aus Jesaja 55,8: "Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr."
Begleitet wurden wir von Hans-Werner Krug, dem ehemaligen Stadtverordneten-vorsteher von Grebenau, und Dorothea Hillingshäuser, Ausbildnerin in der Pilgerbegleitung. Streckenmeister war Wolfgang Limmeroth, KGV-Hauptwegewart, der die Arbeitsgemeinschaft Lutherweg bei der Wegeplanung mitberaten hatte. Die weltliche Leitung hatte Heike Schönewolf aus Kassel.
Über den Ochsenberg laufend kamen wir am Vormittag zur Burg Herzberg, um dort Gottesdienst zu feiern. Freiherr von Dörnberg berichtete von der "Luther-Vergangen-heit" seiner Burg, schloss sie uns aber nicht auf. So feierten wir vor den Toren der Burg im Schatten einer alten Linde Gottesdienst.
Michael predigte über Psalm 23 und den echten Trost auch in Bezug auf "Enttäuschungen im Leben und auf dem Weg", zu denen die verschlossenen Tore der Burg gut passten. Er erzählte von Madeleine Delbrel (1904 - 1964), die als Studentin an der Sorbonne Gott begegnete "Gott hat mich gefunden." Madeleine wurde Christin und begann bei den Armen zu leben - sie gründete eine kommunitäre Zelle in Ivry und arbeitete mit der kommunistischen Stadtverwaltung zusammen. Madeleine - so Michael - gab den Menschen echten Trost: "Hoffnung gegen den Tod und Brot und Wohnung im Leben." So getröstet feierten wir gemeinsam im großen Kreis um die Linde das Abendmahl.
Wir gingen weiter in Richtung Niederjossa und hielten um 12.00 Uhr das Mittagsgebet - Angelus - mit Bruder Rolf. Erschöpft von der Hitze des Tages verbrachten wir von 13.00 - bis 14.00 Uhr unsere Mittagszeit im Schatten des Sportplatzes von Niederjossa. Anschließend hielt Margit gemeinsam mit dem Rasenmäher des Platzwartes eine bibliodramatische - lautintensive - Punkta zu Matthäus 6,1-15 aus der Bergrede Jesu zum Thema: "Gutes tun - Beten lernen - Barmherzig sein". Wir erlebten: "Wenn ich vergebe, beschenke ich mich selbst!"
Am späten Nachmittag kamen wir von der Hitze des Tages erschöpft in der Evangelischen Gemeinschaft/ EC-Aulatal in Niederaula an. Detlef Weigel, Pastor der Gemeinschaft, empfing uns im ehemaligen Autohaus, das von seiner Gemeinde liebevoll hergerichtet und umgebaut wurde und wird. Nachdem wir unser Lager gebaut und die Pilgerdusche auf dem Hof genutzt hatten, genossen wir das von Detlef für uns gekochte wunderbare Essen: Tortellinis mit Käsesauce, Salat und Rote Grütze mit Vanillesauce - dabei sprengten wir übliche Mengenvorgaben und zwangen Detlef, uns alle seine verfügbare Vorräte zu geben.
Am Abend genossen wir ein "Musikalisches Innehalten auf dem Lutherweg 1521" in der Kirche Niederaula mit Kirchenchor und Instrumentalensemble der Kirchengemeinde. Nach dem Lutherwort "Die Musik ist eine Gabe Gottes, die den Teufel vertreibt und die Menschen fröhlich macht" hatten wir eine vergnügliche Zeit mit geistlichen und weltlichen Liedern aus Luthers Schaffensepoche. Beeindruckend waren die historischen Instrumente und die anschließende Gastfreundschaft und Begegnung im Kirchgarten mit den Sängern und Musikern.
So endete ein wunderschöner, bewegter Tag, an dem wir Gott mit Herzen, Mund und Händen bzw. Füßen loben und erfahren durften. Vielen Dank!