Pilgern - Erfahrungsberichte

07.07.2017 Creuzburg - Treffurt

von Simon

7. Juli: Creuzburg - Treffurt
P acken am Morgen. Nach einer entspannten Nacht in der Grundschule von Creuzburg stehen wir wie jeden Morgen um 6 Uhr auf, packen unsere sieben Sachen und bereiten uns auf das erste Highlight des Tages vor: das Frühstück!
I n Gang kommen. Wie immer zaubert uns das Küchenteam unter der Leitung von Ingrid ein lecke-res Frühstück. Wir stärken uns für die heutige Etappe. Als Nordhesse fehlt mir natürlich die "ahle Worscht" zum Frühstück, aber Verzicht gehört nun mal zum Pilgern dazu. Heute tut´s auch das Schokomüsli.
L uthers Morgensegen. Noch vor dem Frühstück spendet uns Michael Luthers Morgensegen. Schon bald ist unsere Pilgerreise vorbei. Michael ermutigt uns, über den gegangenen Weg nachzudenken. Dabei geht es nicht um die vielen Kilometer, sondern um mich selbst. Wie bin ich in die Pilgerreise gestartet? Wo stehe ich jetzt? Was hat sich verändert?
G ottesdienst mit Claudia. Nach einer ersten, schwül-heißen Teiletappe, erreichen wir Scherbda. Der Gottesdienst findet in einer 400 Jahre alten Kirche statt. Sie ist frisch renoviert und vor allem eines: kühl! Die Predigt handelt von der Identität der ersten Christen und wie sie leben sollten. Was macht Christen aus? Was macht Versöhnung aus?
E tappe heute: Creuzburg - Treffurt. Gleich zu Beginn der Etappe geht es hoch auf ein über der Werra gelegenes Bergplateau. Ein sehr steiles Stück! Aber wie sagt der Nordhesse so schön: man muss sich auch mal quälen können (wobei der Bezug in Nordhessen meistens auf das Mittagessen bei Oma gerichtet ist, wenn sie einem bereits den dritten Nachschlag Weckewerk aufzwingt; passt hier aber auch ganz gut). Doch wo man den Berg rauf geht, geht’s auch wieder runter. So auch hier. Unsere erste Pause machen wir in Scherbda, wo Claudia den Gottesdienst hält. Anschließend geht es durch den Wald hinunter bis an die Werra, wo wir unsere Mittagspause machen (endlich wieder essen!). Nach dem bei mir wie immer recht üppigen Mittagessen geht es entlang der Werra durch gewundene Täler über den Ort Falken bis nach Treffurt. Doch in Treffurt angekommen erwartet uns ein letzter steiler Anstieg durch die Altstadt Treffurts bis zur Kirche und zum Quartier. Ich freue mich schon auf das Abendessen!
R egen. Die Wettervorhersage ist nicht sehr ermutigend: Regen und Gewitter. Da wir darauf aber keinen Einfluss haben, wandern wir nach dem nordhessischen Motto "s´kimmt, wie´s kimmet" (es kommt so, wie es kommt) los. Und, wer hätte es gedacht, die Gewitter sind genau an uns vorbei gezogen!
N ette Leute treffen. Kurz vor unserer Ankunft an der Kirche lernen wir Jan und Fanny kennen, zwei Pilger, die zufällig auch in Treffurt übernachten wollen. Wir laden sie ein mit uns in der Unterkunft zu übernachten und zu Abend zu essen. Denn das Abendessen ist ein absolutes Highlight: Wir gehen Pizza essen! Trotz seeeeeeehr langen Wartezeiten schmeckt die Pizza nach einem anstrengenden Tag einfach fantastisch. Genau so geht ein weiterer schöner Pilgertag zu Ende. Satt und zufrieden fallen wir in unsere Betten - äh, auf unsere Matten - und freuen uns schon auf Morgen.
Simon Jung