Pilgern - Erfahrungsberichte

29.06.2018 Von Hausen nach Bad Sooden-Allendorf

von Erika Sp.

Freitag, 29.6. 2018: Hausen - Bad Sooden Allendorf

Gemeinsam mit Cordula, Renate und Peter habe ich die Nacht in der Kirche verbracht. Unter der Wandmalerei des Altarraumes und dem Engel im Fenster habe ich wunderbar geschlafen und morgens hat uns Peter mit seinem Weckgesang "Morgenglanz leuchtet" erfreut. Das Morgengebet hält Iris und die heutige Losung lautet: "Du wirst an deine Wege denken und dich schämen, wenn ich dir alles vergeben werde, was du getan hast, spricht Gott der Herr." In Claudias Gottesdienst hat mich der Satz "Wir können Hoffnung schöpfen und uns ändern" besonders berührt.

Heute führt uns Wolfgang Krahn über den Meißner und wir gehen im Laufe des Tages sehr schöne Wege; teils steil bergauf und bergab, aber auch geruhsame und "Premiumwege". Es gibt viel Gelegenheit, die Schönheit der Natur zu bestaunen: große bemooste Steine, tiefe Schluchten, wunderbare Kornblumenfelder, Seerosen, Libellen, sprudelnde Bäche, musizierende Vögel, herrliche Bäume und schöne Wolkenbilder.

Zwischendurch hält Cordula die Puncta mit der Körpermeditation "Sonnengebet" des Jesuitenpaters Sebastian Painadath. Sie beginnt mit den Worten: "Im göttlichen Grund verwurzelt gestalte ich diesen neuen Tag", während wir gerade und aufrecht stehend in die Füße spüren. Die folgenden Übungen empfinde ich in dem stillen Wald als wohltuend. Allerdings wird die Stille in dem Moment gestört, als wir alle mit zum Himmel erhobenen Händen dastehen: der Förster kommt mit dem Auto und fährt mit erstauntem Blick langsam durch unsere Mitte. Die Meditation wird später mit: "Mein Atem ist der belebende Hauch Gottes in mir" beendet, während wir mit den Händen auf der Brust dem Atem nachspüren. Dann gehen wir schweigend bis zum Schwalbental und genießen dort die Aussicht.

Beim Mittagsgebet von Michael passt das Lied "Geh‘ aus mein Herz und suche Freud‘" sehr gut. Nach Mittagsrast am See, Zwischenverpflegung mit Joghurt, Pudding und Wasser in Frankershausen und einer Rast in Orferode unter der 140jährigen Friedenseiche (dort bekommen wir von einem netten Mann Wasser) kommen wir durchgeschwitzt in Bad Sooden Allendorf an und werden dort freundlich empfangen. Wir übernachten im Kindergarten von St. Bonifatius. Beim Abendessen werden wir mit fünf verschiedenen leckeren Nudelgerichten und frischer Melone verwöhnt.

Der Tag endet mit der Eucharistischen Anbetung durch Bruder Rolf und der anschließenden Nachtanbetung. Als ich in der Nacht in der Kirche bin, empfinde ich die zeitweise Nähe eines mir wichtigen Menschen sehr wohltuend und in dem folgenden Alleinsein und der besonderen Atmosphäre dieser Anbetung begleitet und bewegt mich der Satz: "Herr, ich schaue Dich an und Du schaust mich an und blickst in den äußersten Winkel meiner Seele" in dieser nächtlichen Stunde.

Erika Spangenberg