Pilgern - Erfahrungsberichte

03.08.02 - Ankunft in Fulda

von Petra Salzmann

Fische am Kreuz; Foto: F.F.HenningTagesbericht vom Samstag, den 03.08.02 - Ankunft in Fulda

Am Samstag, den 03.08.02 um 16.00 Uhr ist der Treffpunkt für die Ökumenische Fußwallfahrt 2002 von Fulda zu Hülfensberg. So nach und nach kommen die Teilnehmer aus vielen Teilen Deutschlands, ganz aus dem Norden, Nähe dänische Grenze und sogar eine Teilnehmerin aus Österreich(Tirol), jemand aus Aachen und aus der Lausitz, also quer durch Deutschland, im Franziskushaus in Fulda an. Etwa die Hälfte ist neu beim Pilgern, die anderen sind schon eine oder mehrere Wallfahrten gelaufen. Die, die sich kennen, begrüßen sich herzlich. Martina läßt alle in eine Liste eintragen und sammelt den Teilnehmerbeitrag ein. Als alle sich im großen Saal versammeln, werden die Sitzgelegenheiten schon knapp. Angemeldet sind 60 Personen, jetzt sind 45 da und das sind schon sehr viele. Pfarrer Manfred Gerland aus dem Kloster Germerode, der die Pilgergruppe zusammen mit Helmut Heiland aus Heiligenstadt und Pater Eusebius vom Hülfensberg leitet, begrüßt uns herzlich. Ebenso begrüßt uns Pater Eusebius und lädt uns ein, alles loszulassen, was uns noch festhält, ganz offen und bereit zu sein, uns auf das einzulassen, was uns diese Woche erwartet. Helmut erklärt uns die Pilgerregeln, damit bei so vielen Menschen ein gutes Miteinander möglich ist. Als erstes gibt es Unklarheiten bei der Verteilung der Schlafplätze. Ein paar Frauen hatten sich im Männerschlafsaal "eingenistet". Schließlich kann man am ersten Tag nicht alles wissen. Ein Fransizkanerpater kommt in unsere Runde. Auch er begrüßt uns herzlich, erzählt uns von seinem Orden, warum der Frauenberg - Frauenberg heißt und dass sie seit 1632 auf dem Berg wirken: "bis ein geeigneter Platz für sie gefunden wird".
Bei einer Vorstellrunde begrüßen uns noch einmal drei Pilgerinnen aus Fulda in ihrer Stadt. Nach dem mitgebrachten Abendessen und dem herrichten des Schlafplatzes für die Nacht, gehen wir noch zum Dom. Gemeinsam mit dem Dompfarrer, der auch Grüße vom Bischof ausrichtet, gehen wir durch den spärlich beleuchteten Dom zum Grab des heiligen Bonifatius. Auch er war ein Pilger. Auf den Straßen dieser Welt unterwegs, um Gott zu suchen und zu verkünden. Wir bekommen dort jeder unser Pilgersymbol: einen Fisch mit der Aufschrift: ICHTHYS. Das griechische Wort für Fisch. Dieses war das Symbol der ersten Christen, da die Anfangsbuchstaben des Wortes: "Jesus, Christus, Gottes Sohn, Retter" bedeuten.
In einer Lichterprozession gehen wir schweigend zurück durch den Dom, durch die Stadt, in unser Quartier. Die erste Nacht, für manche unter freiem Himmel, beginnt.

Aussendung am Bonifatiusgrab im Fuldaer Dom; Foto: F.F.HenningLichterprozession; Foto: F.F.Henning