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Mi 09.05.2018 10:42  (Communität Koinonia)

"ICH BIN DIE TÜR" - der Kreuzgang im Kloster Germerode ist neu gestaltet

Wer in den Innenhof der Communität KOINONIA im Kloster Germerode eintritt, wird von diesem Wort empfangen. Es liegt da im Pflaster eine keramische Platte mit eben dem Wort des Johannesevangeliums und eine weitere, die eine offene Tür zeigt. Besucher, die sich von den Bodenreliefs weiterführen lassen, lernen im Kreuzgang auch die anderen ICH-BIN-Worte Jesu kennen. Eine geöffnete Tür, das bedeutet auch Zugang haben. Das wünschen wir unseren Besuchern, dass sie Zugang finden zum Leben. Denn diese Bild-Worte handeln von dem, was zentral ist auf dem Lebensweg: Licht, Brot und Weg - behütet sein und teilen, leben dürfen über die Grenze des Todes hinaus, eins werden. Christophora Janssen OSB hat diese Kacheln entworfen und geschaffen und damit Impulse gegeben dem nachzugehen, was das Leben ausmacht und trägt. Unaufdringlich und doch klar erkennbaren, wie das Wort Gottes selbst, laden sie ein inne zu halten, zu verweilen und können doch auch übergangen werden. Manchmal wird der Blick in die Weite geführt, manchmal zur Kirche oder er bleibt an der Einladung des großen Tisches hängen.
Kreuzgänge hat es in den Klöstern schon immer gegeben und sie waren besondere Orte. Einerseits waren sie ganz funktional die alltäglichen Verbindungswege zwischen den Orten des Wohnens, Betens und Arbeitens im Kloster. Und immer sind es Wege von schlichter, manchmal auch sehr reicher, Schönheit. Sie wollten davon sprechen, dass mitten auf den Alltagswegen sich die Begegnung mit Gott ereignet. Das "Ich bin" Jesu, kann auch uns für die Frage öffnen: wer bin ich eigentlich? Wer bin ich, mit und hinter all dem Können, Machen und Haben? So möchte auch dieser moderne Kreuzgang die Aufmerksamkeit des Herzens für Wesentliches wecken und erinnern, dass Gottes ICH-BIN-DA gilt.

Traudl Priller